Motorrad zu Unrecht von Polizei sichergestellt

OVG Rheinland-Pfalz, Pressemitteilung vom 14.06.2024 zum Urteil 7 A 10988/23 vom 30.04.2024

Die Polizei durfte ein Motorrad nach dem Anhalten des Fahrers bei einer Verkehrskontrolle aufgrund seines vorangegangenen Verhaltens, das von ihr als verbotenes Kraftfahrzeugrennen bewertet wurde, nicht zur Gefahrenabwehr sicherstellen. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz.

Im Februar 2022 wurden zwei Polizeibeamte eines Streifenwagens auf zwei Motorräder aufmerksam, die nach ihrer Einschätzung mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 bis 100 km/h auf einer vierspurigen Straße in Ludwigshafen fuhren, auf der eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erlaubt ist. Die Polizeibeamten folgten den beiden Motorradfahrern bis zu einer Ampel und forderten sie auf, sich in eine Seitenstraße zur Durchführung einer Verkehrskontrolle zu begeben. Während der andere Motorradfahrer flüchtete, folgte der Kläger den Anweisungen der Polizeibeamten. Diese belehrten den Kläger als Beschuldigten eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, einer Straftat nach § 315d StGB, und stellten das Fahrzeug doppelfunktional sicher, d. h. sowohl im Rahmen der Strafverfolgung als auch zur Gefahrenabwehr. Außerdem wurde die Beschlagnahme des Führerscheins angeordnet. Das Strafverfahren gegen den Kläger wurde vom Amtsgericht Ludwigshafen im April 2023 wegen geringer Schuld nach § 153 StPO eingestellt.

Gegen die fortbestehende Sicherstellung des Motorrads zur Gefahrenabwehr erhob der Kläger nach erfolgloser Durchführung des Widerspruchverfahrens Klage, die das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße abwies. Auf die Berufung des Klägers änderte das Oberverwaltungsgericht die Entscheidung des Verwaltungsgerichts, hob den Sicherstellungsbescheid auf und verurteilte das beklagte Land, das sichergestellte Motorrad herauszugeben.

Die Voraussetzungen für eine präventive Sicherstellung des Motorrads des Klägers lägen nicht vor. Nach § 22 des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes könne die Polizei eine Sache sicherstellen, um eine gegenwärtige Gefahr abzuwehren. Gegenwärtig sei eine Gefahr dann, wenn die Einwirkung des schädigenden Ereignisses bereits begonnen habe oder unmittelbar bzw. in allernächster Zeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bevorstehe. Hiervon ausgehend sei die zum Zeitpunkt der Sicherstellung des Motorrads getroffene Gefahrenprognose der Polizeibeamten nicht gerechtfertigt gewesen. Selbst wenn die Polizeibeamten das Verhalten des Klägers als strafbares Straßenrennen hätten bewerten dürfen, was dahingestellt bleiben könne, so trage dieser Umstand nicht die Prognose einer gegenwärtigen Gefahr. Mit dem Anhalten des Klägers im Rahmen der anlassbezogenen Verkehrskontrolle sei das – hier unterstellte – strafbare illegale Kraftfahrzeugrennen des Klägers beendet gewesen. Die anschließende Sicherstellung sei demgemäß nicht zu dem Zweck erfolgt, das von den Beamten als Kraftfahrzeugrennen eingestufte Verhalten zu stoppen, sondern das Begehen künftiger Verkehrsstraftaten zu verhindern. Es hätten jedoch keine ausreichenden tatsächlichen Anhaltspunkte dafür bestanden, dass der Kläger in allernächster Zeit nach der Verkehrskontrolle mit hoher Wahrscheinlichkeit mit seinem Motorrad an einem (weiteren) illegalen Straßenrennen teilgenommen oder sonstige Straftaten im Verkehr begangen hätte. Dabei sei zu berücksichtigen, dass es keinen allgemeinen Erfahrungssatz gebe, wonach ein von der Polizei ertappter „Verkehrssünder“ sich generell unbelehrbar zeige und von den ihm angedrohten Bußgeldern, Fahrverboten oder gar – wie hier – gegen ihn eingeleiteten strafrechtlichen Ermittlungsverfahren unbeeindruckt bleibe. Vielmehr müsse im Regelfall davon ausgegangen werden, dass diese Mittel und Sanktionen den durchschnittlichen Verkehrsteilnehmer so nachhaltig beeindruckten, dass er von der umgehenden Begehung erneuter Verkehrsverstöße bzw. Straßenverkehrsdelikte absehe. Etwas Anderes könne nur in Ausnahmefällen gelten, beispielsweise wenn der Fahrzeugführer infolge von Alkohol- oder Drogenkonsum enthemmt sei. Auch ungewöhnlich viele Verkehrsverstöße in der Vergangenheit oder ein wiederholtes Fahren ohne Fahrerlaubnis könnten auf eine Unbelehrbarkeit hindeuten. Danach reiche ein strafbares Verhalten des Klägers im Februar 2022 für die Annahme, er werde in allernächster Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Straßenverkehrsdelikte begehen, nicht aus. Etwas Anderes ergebe sich auch nicht aus den sonstigen Umständen, insbesondere nicht aus der Motorisierung des Motorrads oder der Tatsache, dass gegen den Kläger zwar bereits im Jahr 2020 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines illegalen Straßenrennens geführt worden sei, dieses aber nicht zu einer entsprechenden strafgerichtlichen Verurteilung geführt habe.

Quelle: Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz

Neuer DATEV-Marktplatz Partner unterstützt bei individuellen Jahresabschlüssen 

Der Jahresabschluss gibt Auskunft über den wirtschaftlichen Erfolg und die finanzielle Lage von Unternehmen. Dabei ist es entscheidend, diesen nach den richtigen Formaten und Richtlinien fristgerecht und korrekt zu erstellen. Mit dem Jahresabschluss auf Basis von Kontenzwecken unterstützt DATEV Jahresabschlussauswertungen für eine große Anzahl der in Deutschland geltenden aktuellen Vorschriften und Taxonomien. Um auch bei der Erstellung von Jahresabschlüssen mit individueller Struktur, nach handelsrechtlichen Spezialvorschriften, internationaler Rechnungslegung oder IFRS zu unterstützen, ergänzt die webbasierte Software des Schweizer Unternehmens aumico AG das DATEV-Portfolio. 

Unterstützung vom Datenimport bis zum Abschluss 

Die Lösung des DATEV-Marktplatz Premium Partners unterstützt Anwenderinnen und Anwender vom Datenimport über die Anpassung des Schemas an individuelle Bedürfnisse, die Kontenzuordnung bis hin zum Abschluss. Dafür können die Daten, die für die Erstellung des Jahresabschlusses benötigt werden, ganz einfach aus den DATEV-Lösungen für das Rechnungswesen exportiert werden. Erforderlich ist dabei die Angabe über das zu exportierende Jahr. Das Excel-File kann lokal abgespeichert und in die Partnerlösung importiert werden.  

Anschließend kann der individuelle Jahresabschluss nach individueller Struktur, handelsrechtlichen Spezialvorschriften oder internationaler Rechnungslegung zuverlässig erstellt werden. Gut zu wissen: Die Lösung deckt alle gängigen Rechtsformen ab.  

Die Vorteile der Partnerlösung auf einen Blick:  

  • IFRS-Abschlüsse zusätzlich zu Handels- und Steuerbilanz 
  • Individuelles Reporting nach internationalen Standards 
  • Handelsbilanz mit individualisierter Gliederung 
  • Jahresabschluss nach Formblattverordnung 
  • Individualisierbare Postenstruktur 
  • Automatisierte Kontenzuordnung  
  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein

DATEV-Marktplatz Expo 2024: Partnerlösungen live erleben

Ganz nach dem Motto „Ökosystem erleben“ können Unternehmerinnen und Unternehmer am 4. Juli und 7. November 2024 je rund 50 ausgewählte Unternehmenslösungen von DATEV-Marktplatz Partnern und ihr Zusammenspiel mit DATEV-Software live erleben. 

Lösungen von DATEV-Marktplatz Partnern ergänzen das DATEV-Produktportfolio sinnvoll und sorgen mithilfe der DATEV-Datenservices für durchgehend digitale Geschäftsprozesse zwischen Unternehmen und Steuerberatungskanzleien. Auf der DATEV-Marktplatz Expo erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, warum DATEV auf Software-Kooperationen setzt und wie sie von dem Zusammenspiel mit DATEV-Lösungen profitieren. 

Anmeldung

Melden Sie sich gleich hier zur DATEV-Marktplatz Expo 2024 an.

Von ERP- über Scan- bis Kassenlösungen 

Über den ganzen Tag verteilt können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Online-Sessions die Lösungen der DATEV-Marktplatz Partner kennenlernen. Dabei erfahren sie unter anderem, wie sich die Prozesse zwischen Unternehmen und der Steuerberatungskanzlei effizient gestalten lassen.  

Die Veranstaltung bietet darüber hinaus ab Mittag die Möglichkeit, sich mit den Vertreterinnen und Vertretern von zahlreichen DATEV-Marktplatz Partnern an virtuellen Messeständen auszutauschen und individuelle Fragen zu klären. Im Anschluss an die Mittagspause geben COO Julia Bangerth und Geschäftsleitungsmitglied Jutta Rößner einen Einblick in die Ökosystem- und Partnerstrategie von DATEV. Abgerundet wird die Veranstaltung mit einem Vortrag zum Thema E-Rechnung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten in den Präsentationen der Partner Einblicke in verschiedene Themenbereiche wie ERP, E-Commerce, Rechnungsschreibung und Personalwirtschaft. 

Übersicht der teilnehmenden DATEV-Marktplatz Partner 

Folgende DATEV-Marktplatz Partner sind am 4. Juli mit ihren Unternehmenslösungen auf der DATEV-Marktplatz Expo vertreten:

Zeitplan DATEV-Marktplatz Expo online 4.7.2024

  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein

E-Rechnung: Die Zukunft der Rechnungsstellung im digitalen Zeitalter 

Die Einführung der E-Rechnung ist nicht nur eine technologische Neuerung, sondern auch eine gesetzliche Anforderung, die das Wachstumschancengesetz regelt. Das Gesetz verfolgt das Ziel, Umsatzsteuerbetrug wirkungsvoll einzudämmen und gleichzeitig die digitale Infrastruktur und die Effizienz deutscher Unternehmen zu stärken, um so die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.  

Der Bundesrat hat dem Wachstumschancengesetz am 22. März 2024 mehrheitlich zugestimmt. Es verpflichtet Unternehmen in Deutschland ab dem 1. Januar 2025 dazu, E-Rechnungen zu empfangen und weiterverarbeiten zu können. Der Vorrang der Papierrechnung entfällt. Unternehmen sollten sich deshalb möglichst bald darauf vorbereiten, elektronische Rechnungen empfangen zu können. Für den Versand von E-Rechnungen gelten Übergangsregelungen bis 2028. Ab dann ist jedes Unternehmen in Deutschland verpflichtet, im Geschäftsverkehr mit anderen Unternehmen E-Rechnungen zu versenden.  

Was ist eine E-Rechnung? 

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung, die in einem standardisierten digitalen Format erstellt, übermittelt und verarbeitet wird. Diese Form der Rechnungsstellung ermöglicht es den Empfängern, die Daten direkt in ihre Buchhaltungssysteme zu übernehmen, was manuelle Eingabefehler reduziert und die Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöht. Rechnungen im PDF-Format genügen diesen Anforderungen nicht. Eine gesetzeskonforme E-Rechnung muss den Vorgaben der Europäischen Norm EN16931 entsprechen. Dafür gibt es in Deutschland mit XRechnung und ZUGFeRD bereits zwei etablierte Formate, die in vielen Softwarelösungen unterstützt werden. Die E-Rechnungspflicht hat also zur Folge, dass Unternehmen ihre Systeme entsprechend anpassen müssen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Das Wachstumschancengesetz spielt dabei eine entscheidende Rolle, da es die Rahmenbedingungen für die flächendeckende Einführung der E-Rechnung schafft. 

Das Wachstumschancengesetz und die E-Rechnung 

Das am 22. März 2024 verabschiedete Wachstumschancengesetz ist eine gesetzliche Initiative, die darauf abzielt, die Digitalisierung in allen Bereichen der deutschen Wirtschaft voranzutreiben. Ein wichtiger Aspekt dieses Gesetzes ist die Förderung der E-Rechnung, um die Effizienz, Transparenz und Compliance der finanziellen Transaktionen zwischen Unternehmen zu verbessern. Das Gesetz verpflichtet alle Unternehmen, die in Deutschland tätig sind, ab 2025 E-Rechnungen zu empfangen und weiterzuverarbeiten. Dies soll nicht nur die administrativen Lasten verringern, sondern auch dazu beitragen, den Zahlungsverkehr zu beschleunigen. 

Vorteile der E-Rechnung 

Die Einführung der E-Rechnung bietet zahlreiche Vorteile für Unternehmen. Einer der größten Vorteile ist die erhebliche Steigerung der Effizienz. Automatisierte Prozesse ermöglichen eine schnellere Rechnungsbearbeitung, wodurch Unternehmen ihre Ressourcen effektiver einsetzen können. Zudem führen digitale Rechnungen zu einer Reduzierung der Druck- und Versandkosten, was zu direkten Kosteneinsparungen führt. Die Umstellung auf E-Rechnungen verbessert auch die Compliance, da digitale Prozesse leichter nachvollziehbar und überprüfbar sind, was die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften erleichtert – beispielsweise bei der Archivierung nach den Vorgaben der GoBD

Herausforderungen bei der Implementierung 

Trotz der Vorteile stehen viele Unternehmen vor Herausforderungen bei der Implementierung von E-Rechnungen. Technische Herausforderungen, wie die Integration neuer Software in bestehende Systeme, sind zu bewältigen und können Schulungsbedarf erfordern. Zudem müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden mit den neuen Prozessen vertraut sind und diese effektiv nutzen können. Datenschutz und Datensicherheit sind weitere wichtige Aspekte, die bei der Umstellung beachtet werden müssen, um die Integrität und Vertraulichkeit der finanziellen Daten zu gewährleisten. 

Die Rolle der Steuerberatung 

Steuerberaterinnen und Steuerberater spielen eine entscheidende Rolle bei der Einführung der E-Rechnung. Sie sind nicht nur wichtige Berater beim Verständnis und der Implementierung der gesetzlichen Anforderungen, sondern unterstützen auch bei der technischen Umsetzung und sollten von vornherein in die neuen digitalen Datenkreisläufe eingebunden werden. Schließlich benötigen sie die Daten für weiterführende Aufgaben – etwa die Erstellung der Finanzbuchführung. Außerdem helfen Steuerberater Unternehmen dabei, die richtigen Systeme auszuwählen, die Integration vorzubereiten und die Mitarbeiter auf die neuen Prozesse vorzubereiten. Ihre Expertise ist besonders wertvoll, um sicherzustellen, dass die Umstellung reibungslos verläuft und die Unternehmen von allen Vorteilen der E-Rechnung profitieren können. 

Praktische Tipps für Unternehmen 

Unternehmen, die sich auf die Einführung der E-Rechnung vorbereiten, sollten frühzeitig mit der Planung beginnen. Es ist wichtig, eine umfassende Bewertung der aktuellen Systeme durchzuführen und festzustellen, welche Anpassungen notwendig sind. Die Auswahl einer geeigneten E-Rechnungssoftware, die sich nahtlos in die bestehenden Systeme integrieren lässt, ist entscheidend. Zudem sollten Unternehmen Schulungen für ihre Mitarbeitenden anbieten, um sicherzustellen, dass diese mit den neuen Prozessen vertraut sind und sie effektiv nutzen können. 

Zusammenfassung und Ausblick 

Die Einführung der E-Rechnung stellt eine bedeutende Veränderung für die deutsche Wirtschaft dar, bietet jedoch auch große Chancen für Effizienzsteigerung, Kostenersparnis und verbesserte Compliance. Unternehmen, die sich erfolgreich an diese Veränderung anpassen, werden nicht nur gesetzlich konform sein, sondern auch Effizienzvorteile genießen. Die Zusammenarbeit mit der Steuerkanzlei ist dabei ein Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Umstellung. In einer zunehmend digitalisierten Welt ist die E-Rechnung ein entscheidender Schritt nach vorne und wird die Art und Weise, wie Unternehmen operieren, nachhaltig verändern. 

  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein

KI-Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen 

Bereits heute gibt es unzählige KI-Anwendungen, die Unternehmen in den verschiedensten Bereichen Unterstützung versprechen. In Kooperation mit dem Masterstudiengang Public Relations und Unternehmenskommunikation der Hochschule Ansbach ist dieser Überblicksartikel entstanden. Die Studierenden beleuchten dabei KI in Verbindung mit drei wesentlichen Aspekten des Arbeitslebens: dem Onboarding, der Weiterbildung während einer Tätigkeit und abschließend noch dem Wissensmanagement, was vor allem beim Austritt aus dem Unternehmen relevant ist. 

KI im Onboarding 

Prof. Dr. Wolf Knüpffer ist Experte für Wirtschaftsinformatik und E-Business an der Hochschule Ansbach. Er erklärt, welche Chancen KI in der Einarbeitungsphase bietet.  

DATEV TRIALOG: Was halten Sie im Onboarding-Prozess für besonders wichtig?  

Knüpffer: Wir befinden uns in einem „War for Talents“. Es zeigt sich, dass gerade die ersten Wochen entscheidend sind für den langfristigen Verbleib qualifizierter Mitarbeiter im Unternehmen. Das Onboarding sollte effizient und für alle Beteiligten möglichst angenehm erfolgen. Es gilt, neue Mitarbeiter schnell ins Unternehmen zu integrieren. Eine „weiche Landung“ ist hier wichtig. Dem gegenüber stehen überlastete Mitarbeiter in den Personalabteilungen. Eine gezielte IT-Unterstützung kann hier sehr viel nützen.  

Ist die Integration von KI mit einem sozialen Onboarding-Prozess vereinbar?  

Zunächst einmal gibt es beim Onboarding viele Aufgaben, die stark automatisiert werden können. Das sind zum Beispiel die Erfassung persönlicher Daten und die Bereitstellung benötigter Zugangsdaten oder der Arbeitsausstattung. Hier gibt es vielfach noch Defizite in den Unternehmen. Schon hier können KI-Systeme gezielt Lösungswege anbieten und diese dynamisch anpassen. So werden Mitarbeiter von Routineaufgaben entlastet und können sich stärker auf die soziale Komponente im zwischenmenschlichen Bereich fokussieren. Die Stärke der KI liegt hier also – wie so oft – in der Unterstützung im Sinne eines Assistenzsystems. 

Welche Chancen sehen Sie in der Nutzung von KI im Onboarding-Prozess?  

Dort, wo wir zunehmend zeitlich und örtlich flexibel arbeiten, ist oft spontan kein Ansprechpartner unmittelbar verfügbar. Etwa auf Dienstreisen, beim Arbeiten im Homeoffice oder auch nur außerhalb der Kernarbeitszeiten. Dann kann zum Beispiel ein Chat-Bot mit weiteren Systemen in Hintergrund wertvolle Dienste leisten.  

Welche potenziellen Risiken sehen Sie in der Implementierung von KI im Onboarding-Prozess?  

Entscheidend ist natürlich die Qualität der Lösungen, die eine KI im Rahmen eines Onboarding-Prozesses liefert. An Systemen wie etwa ChatGPT sehen wir, dass KI mitunter Ergebnisse produziert, die auf den ersten Blick prima aussehen. Im Detail sind sie dann dennoch fehlerbehaftet. Solche Fehler können im Onboarding-Prozess im wahrsten Sinne des Wortes in die Irre führen. Entscheidend ist daher eine ständige Wartung und Anpassung der Systeme durch die Personaler und eine gesunde Wachheit der neuen Mitarbeiter. 

Sehen Sie Chancen in einem Onboarding, das ausschließlich digital ist?  

Wir haben uns in Zeiten der Pandemie an die Nutzung automatisierter Online-Systeme gewöhnt und erwarten diese heute sogar verstärkt. Der zunehmende Personalmangel drängt Unternehmen zusätzlich in diese Richtung. Gleichzeitig hat uns die Zeit der Lockdowns aber auch gezeigt, wie wichtig uns zwischenmenschliche Kontakte sind. Ein ausschließlich digitales Onboarding halte ich daher nicht für sinnvoll. Aspekte wie die Unternehmensatmosphäre, Formen des Miteinanders oder ein Wir-Gefühl kann eine Maschine nur schwer vermitteln. Sie kann aber Mitarbeiter entlasten, damit diese sich genau auf die Vermittlung dieser Aspekte konzentrieren können.  

(Das Interview führten Nina Habrunner, Katharina Kittelberger, Giuliana Mocerino und Paula Wahlig) 

KI in der Weiterbildung 

Auch bei individuellen Weiterbildungsmaßnahmen wird geforscht, welche Vorteile die Nutzung von künstlicher Intelligenz haben kann. Die KI kann Lernkurse erstellen und individuell an die Bedürfnisse und persönlichen Interessen der Lernenden anpassen. In einigen Fällen, wie dem „KIPerWeb“-Projekt des Forschungsinstitut Betriebliche Bildung, sollen die Lernkurse über eine Weiterbildungsplattform im Internet angeboten werden. 

Aktuelle KI-Systeme können auf maschinelles Lernen, Mustererkennung, Spracherkennung oder interaktive Dialogpartner beim Lernen zurückgreifen. Für den Aspekt des personalisierten und individuellen Lernens ist es zusätzlich wichtig, dass die künstliche Intelligenz Daten über den Lernfortschritt sammeln. Dadurch kann ein maßgeschneiderter Lernplan erstellt werden.  

Mit einer KI-gestützten Lernplattform beziehungsweise einer digitalen Weiterbildungsplattform, kann durch das Integrieren eines Chatbots ein projektbegleitender Austausch und Transfer stattfinden. Dies ermöglicht beispielsweise eine stetige Verbesserung des Lernprozesses.  

Im Projekt APPOLO wird eine kostenfreie AI-basierte, plattformübergreifende Companion-App für lebenslange Lernoptimierung entwickelt. Den Nutzern soll ein intelligenter Assistent zur Verfügung gestellt werden, der auf dem individuellen Weiterbildungsweg unterstützt. 

Bei der Entwicklung der App handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen unterschiedliche Einrichtungen:  

  • Hochschule der Bayerischen Wirtschaft 
  • Bertelsmann Stiftung 
  • Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft 
  • Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft  
  • TÜV Rheinland Akademie 

Vom Kompetenzprofil zum individuellen Lernpfad 

Durch das Projekt wird es Nutzern ermöglicht, mithilfe von künstlicher Intelligenz individuelle Weiterbildungsmaßnahmen zu entdecken. KI ermittelt hierbei ein Kompetenzprofil, indem Nutzer Angaben zu ihrer individuellen Qualifizierung angeben. Neben dem Upload von Zeugnissen und Lebensläufen haben Nutzer die Möglichkeit, ihre beruflichen Kompetenzen selbst einzuschätzen. Anschließend kann eine Überprüfung durch ein berufsfachliches Skill-Assessment durchgeführt werden. Durch ein Soft-Skill-Assessment und einen Test der Deutschkenntnisse kann das Kompetenzprofil verfeinert werden. Im Anschluss wird die App den Nutzern einen passgenauen Lernpfad für Weiterbildungsmaßnahmen sowie passende Jobangebote vorschlagen. 

Seit September 2021 wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Am Projekt wird im Rahmen des Innovationswettbewerbs Digitale Plattform berufliche Weiterbildung (INVITE) gearbeitet. Es wird bis einschließlich August 2024 vom Bundesinstitut für Berufsbildung fachlich und administrativ begleitet. 

(Autoren des Abschnitts „KI in der Weiterbildung“: Lars Dopfer, Aaron Hofmann, Julian Löhner und Maurice Pittner) 

KI im Wissensmanagement 

Verlässt ein Mitarbeiter die Firma, gehen zahlreiche Informationen, die nicht in Dokumenten zu finden sind, mit ihm. Um das zu verhindern, kann künstliche Intelligenz (KI) beim Offboarding in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. 

Mit dem Tool der sogenannten „Wissensgraphen“ lasse sich das Wissensmanagement in Unternehmen extrem vereinfachen und verbessern, erklärt Prof. Dr. Alexander Dengel. Er ist seit 1993 Professor für KI an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau und geschäftsführender Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Unter einem Wissensgraphen versteht man eine semantische Struktur, welche ein Netzwerk aus Objekten, Ereignissen, Situationen oder Konzepten der betrachteten Datenmenge erstellt und die Beziehungen zwischen ihnen veranschaulicht und explizit standardisiert, sodass jeder Computer das gleich versteht. Diese Informationen können dann von den Mitarbeitern bei konkreten Fragestellungen über eine unternehmenseigene Suchmaschine abgerufen werden. 

Schnelle Antworten auf konkrete Fragen 

Doch wie funktioniert das konkret? Zunächst agiert die KI des Tools als stiller Beobachter bei der täglichen Arbeit der Mitarbeiter und hat Zugriff auf alle Ablageorte im Unternehmensnetzwerk, die oftmals siloartig verteilt und dezentral vorliegen. „Sie haben zum Beispiel Informationen in SAP, im Geoinformationssystem, im Archiv, im Netzlaufwerk oder sonst wo. Information ist also verteilt, aber adressierbar“, erklärt Dengel. Durch die Standardisierung kann die KI Zusammenhänge in den unternehmenseigenen Daten verstehen und lernt ständig dazu. Sucht ein Mitarbeiter nach einer bestimmten Information, kann er seine Frage einfach in eine interne Suchmaschine eingeben. Zum Beispiel: „Mit wem hat Max Mustermann über welche Themen während des Meetings in München gesprochen?“ Das System könne einem diese Frage laut Dengel dann direkt beantworten, ohne dass man selbst zahlreiche Dokumente in den verschiedensten Ablagesystemen durchsuchen müsse. Ein interaktives Archiv sozusagen. 

Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen also irgendwann, kann sein Nachfolger somit nachvollziehen, welche Kontakte sein Vorgänger beispielsweise wie hat, welche Aufgaben regelmäßig auf ihn zukommen werden oder wo benötigte Informationen zu finden sind. „Sie haben dann das geballte Wissen einer Person im Zugriff, das sich über die Laufzeit seiner Tätigkeit angesammelt hat.“ Für Dengel ist das ein großer Vorteil beim Offboarding des scheidenden bzw. Onboarding des neuen Mitarbeiters. Auch das maschinelle Lernen der KI sei hierbei gewinnbringend. „Das System denkt quasi mit. Es beobachtet Sie beispielsweise beim Schreiben und setzt es in Bezug zu dem, was es schon weiß. Es arbeitet wie eine Assoziationsmaschine, die aufgrund dessen, wie Dinge sich aufeinander beziehen, eben auch neue Informationen dann wieder in Relation setzen kann.“ 

Unterstützung im Arbeitsalltag aller Angestellten 

Wissensgraphen sind auch eine Hilfe im normalen Arbeitsalltag aller Mitarbeiter. Fragen wie „Wer ist Ansprechpartner für das Projekt XY?“ oder „Wer hat alles am Meeting letzten Dienstag teilgenommen?“ können anhand der Wissensgraphen in wenigen Sekunden beantwortet werden. Laut Andreas Dengel setzen bereits mehrere Unternehmen in Deutschland dieses System erfolgreich ein. Auch Google arbeitet damit: Sucht man im Internet nach Personen, Einrichtungen oder Orten, wird auf der rechten Seite ein Kasten mit allen wichtigen Informationen angezeigt, die aus einem Wissensgraphen stammen.  

Den einzigen Nachteil in diesem Modell sieht Professor Dengel in der Tatsache, dass die Nutzer auch aktiv mitarbeiten müssen, damit das Tool immer zuverlässiger werden kann. „Wenn das System Vorschläge macht wie ‚Ich habe da einen Bezug gefunden‘ und man das dann nicht bestätigt, geht dieser Vorschlag wieder verloren. Das heißt, neue Relationen werden nur dann in den Wissensgraphen aufgenommen, wenn man sich auch aktiv beteiligt. Das erfordert eine gewisse Disziplin, die nicht unbedingt jede Person bereit ist, zu investieren“, erklärt Dengel. 

Andreas Dengel gibt Unternehmen zudem als Rat mit auf den Weg, keine Angst vor KI zu haben und sich vor ihr auch nicht zu verschließen: „Man kann nicht früh genug damit anfangen, KI zu nutzen. Wer heute erst darüber nachdenkt, KI im Unternehmen einzusetzen, der ist spät dran. Dieses kognitive Werkzeug kann uns entlasten und Freiräume schaffen, um uns auf Aufgaben zu konzentrieren, für die Menschen prädestiniert sind. Es gibt viele Bereiche, in denen KI den Menschen nicht ersetzen kann. Und dort einen guten Weg zu finden, dieses Werkzeug für die tägliche Arbeit einzusetzen, ist unbedingt erforderlich.“  

 (Autor des Abschnitts „KI im Wissensmanagement“: Felix Beuter) 

  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein

Berufliche Weiterbildung: Möglichkeiten, Maßnahmen, Mittel 

Auf einen Blick

– In Zeiten einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt profitieren sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte von Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung.
– Die Agentur für Arbeit kann Weiterbildungskosten unter bestimmten Voraussetzungen teilweise oder sogar vollständig übernehmen.
– Bei einer Fortbildung bleibt das neu erworbene Wissen im selben Fach, während eine Weiterbildung zum aktuellen Fach passen kann, aber nicht muss.

Die Arbeitswelt wandelt sich zunehmend schneller und mit dem technologischen Fortschritt differenzieren sich Berufsbilder immer weiter aus. Deshalb gilt sowohl für Unternehmen als auch für ihre Mitarbeitenden vor allem ein Faktor als wesentlich, um nachhaltig am Markt bestehen zu können: die Weiterbildung. Auch viele Jobsuchende sehen Weiterbildungsmöglichkeiten inzwischen als relevanten Benefit bei der Wahl des passenden Arbeitgebers. Das unterstreicht die Bedeutung der beruflichen Weiterbildung auf allen Ebenen. 

Generell gehören zur Weiterbildung per Definition des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „berufliche Maßnahmen, wie Lehrgänge, Umschulungen und Meisterkurse, genauso wie Sprachunterricht, das Nachholen von Schulabschlüssen oder freizeitorientierte Bildungsangebote. Für viele Weiterbildungen gibt es die Möglichkeit einer staatlichen Förderung. Weiterbildung umfasst dabei drei Arten von Bildungsangeboten: die allgemeine und politische Weiterbildung, die berufliche Weiterbildung und die Weiterbildung an Hochschulen.“ 

Die berufliche Weiterbildung umfasst in der Regel Kurse zur Vertiefung oder Ergänzung der bis dahin schon erworbenen beruflichen Kenntnisse. Dabei spielt nicht nur der Inhalt der Weiterbildung, sondern auch der Rahmen eine Rolle. So lässt sich zwischen Umschulung, Aufstiegsfortbildung und Anpassungsfortbildung unterscheiden:

  • Bei einer Anpassungsfortbildung werden laut Gabler Wirtschaftslexikon die Fertigkeiten und Kenntnisse an technische, wirtschaftliche und rechtliche Entwicklungen angepasst und erweitert,
  • während eine Aufstiegsfortbildung zum Erwerb höherer beruflicher Qualifikationen beitragen kann.
  • Die Umschulung soll laut der IHK Hamburg „zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen“.

Der Unterschied zwischen Weiterbildung und Fortbildung 

Weiterbildung ist per Definition des Deutschen Bildungsrats die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens. Nach dem Ende einer ersten Bildungsphase und Aufnahme einer Erwerbstätigkeit umfasst der Begriff „Weiterbildung“ die berufliche Weiterbildung, allgemeine Weiterbildung, Erweiterung der Grundbildung, politische Bildung, aber eben gerade nicht das Anlernen oder Einarbeiten am Arbeitsplatz. Weiterbildung erfolgt also immer nach der Ausbildung. Eine Weiterbildung ohne Ausbildung ist danach zumindest definitorisch nicht möglich. Außerdem kann, aber muss eine Weiterbildung nicht zum aktuellen Fach passen. 

Dagegen bestimmt das Bundesbildungsgesetz die berufliche Fortbildung als Tätigkeit, die „es ermöglichen [soll], die berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Anpassungsfortbildung zu erhalten und anzupassen oder die berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Fortbildung der höherqualifizierenden Berufsbildung zu erweitern und beruflich aufzusteigen.“ Bei der Fortbildung bleibt das neu erworbene Wissen im selben Fach. Sie steht als berufliche Bildungsmaßnahme gemäß § 1 Absatz 1 BBiG neben der Berufsausbildung, der Berufsausbildungsvorbereitung und der Umschulung. 

Was steht Arbeitnehmern zu? 

Einen generellen Anspruch auf Weiterbildung haben Beschäftigte nicht, wohl aber auf Freistellung während dieser Zeit. So besteht in 14 von 16 Bundesländern (außer Bayern und Sachsen) ein gesetzlicher Anspruch auf Bildungsurlaub für Arbeitnehmer. Dabei gibt es laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) unterschiedliche Bezeichnungen. In manchen Bundesländern würden die Extra-Urlaubstage zur Weiterbildung auch „Bildungsfreistellung“ oder „Bildungszeit“ genannt. 

Der Bildungsurlaub müsse zusätzlich zum regulären Urlaubsanspruch gewährt werden. Für die Zeit zur Weiterbildung darf also kein Erholungsurlaub gekürzt oder abgezogen werden. Der Inhalt der Weiterbildung müsse nicht zwangsläufig mit der beruflichen Tätigkeit in Verbindung stehen. Voraussetzung für die Freistellung sei aber schon, dass der Kurs als Bildungsurlaub anerkannt sei, so der DBG.

Acht Prozent machen jährlich Weiterbildung  

Generell nützt es Unternehmen, wenn sich ihre Beschäftigten weiterbilden. Insofern steht die Mehrzahl der Betriebe diesem Unterfangen in der Regel positiv gegenüber und unterstützt Fortbildungen oder Weiterbildungen finanziell. Im Jahr 2022 haben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund acht Prozent der 25- bis 64-Jährigen an einer Bildungs- oder Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen – was weit unter dem europäischen Durchschnitt von zwölf Prozent liegt.  

Außerdem fällt auf, dass Weiterbildungsangebote vor allem von jüngeren Menschen genutzt werden. So haben 18 Prozent der 25- bis 34-Jährigen an einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen, während es bei den 35- bis 44-Jährigen nur sieben Prozent waren. Die Teilnahmequote ging auch mit steigendem Alter weiter zurück und betrug fünf Prozent bei den 45- bis 54-Jährigen beziehungsweise drei Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen. 

Kosten und Rückzahlungsklausel bei Weiterbildung beachten

Auch Unternehmen können sich aktiv für die Qualifizierung ihrer Beschäftigten engagieren, indem sie Weiterbildungsmaßnahmen für diese anbieten. So boten laut Statistischem Bundesamt 77 Prozent der Unternehmen im Jahr 2020 Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Beschäftigten an und trugen dafür Kosten in Höhe von 1.846 Euro pro teilnehmender Person.

Ganze 57 Prozent der Weiterbildungskosten entstehen durch den Personalausfall. Denn obwohl die Mitarbeitenden dem Unternehmen im Zeitraum der Weiterbildung nicht zur Verfügung stehen, steht ihnen ihr Lohn weiterhin zu. 23 Prozent der Kosten seien auf Zahlungen und Gebühren an Weiterbildungsanbieter sowie auf Kosten für externes Weiterbildungspersonal in internen Veranstaltungen zurückzuführen.

Kommt es zu einer Kündigung durch den Arbeitnehmer, kann es zum Streit um die Weiterbildungskosten kommen. Unternehmen fordern dann oftmals übernommene Gebühren zurück. Das ist aber nur rechtens, wenn eine wirksame Rückzahlungsklausel (beispielsweise in Form eines Fortbildungsvertrages als Anhang im Arbeitsvertrag) vereinbart wurde. Da eine rechtlich exakt formulierte Rückzahlungsklausel komplex ist, ist es ratsam, die Vereinbarung von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen zu lassen. 

Förderung von beruflichen Weiterbildungen 

Nicht nur Unternehmen selbst, sondern auch Arbeitsagenturen unterstützen die berufliche Weiterbildung. So fördert die Bundesagentur für Arbeit nach eigenen Angaben „Zuschüsse zum Arbeitsentgelt sowie volle oder teilweise Übernahme der Weiterbildungskosten“ unter bestimmten Voraussetzungen:

  • Dazu zählt eine vorgegebene Dauer. So muss die berufliche Weiterbildung mehr als 120 Stunden umfassen, die aber nicht am Stück absolviert werden müssen.  
  • Außerdem müssen die berufliche Weiterbildung sowie ihr Bildungsträger für die Förderung zugelassen sein.
  • Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist, dass in der Weiterbildung Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, die über ausschließlich arbeitsplatzbezogene, kurzfristige Anpassungsfortbildungen hinausgehen. Die Förderung von Schulungen zu einer betriebsspezifischen Software sei zum Beispiel nicht möglich, schreibt die Arbeitsagentur. 

Alternativ zu den Zuschüssen zum Arbeitsentgelt und der Kostenübernahme für eine berufliche Weiterbildung haben Unternehmen folgende Möglichkeit: Sie können für ihre Beschäftigten für die Dauer der beruflichen Weiterbildung ein Qualifizierungsgeld als Entgeltersatzleistung von der Agentur für Arbeit beziehen. Auch hierfür gelten wieder besondere Voraussetzungen.

Was dürfen Arbeitgeber überhaupt genehmigen?

Auch auf Unternehmensseite bestehen Grenzen. So darf das Unternehmen steuerfreie Zuschüsse für die Weiterbildungsmaßnahme nur dann zahlen, wenn die Maßnahme eindeutig im Interesse des Arbeitgebers liegt und betrieblichen Zwecken dient. Ein klassisches Beispiel für nicht steuerfrei mögliche Zuschüsse sind Sprachkurse, die nicht mit dem Job im Zusammenhang stehen. 

Je nach Konstellation kann sowohl eine Fortbildung als auch eine Weiterbildung entweder zur Arbeits- oder zur Freizeit gehören mit den entsprechenden arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Grundsätzlich gilt aber zumindest bei jeder angeordneten Fortbildung, dass die dafür aufgewendete Zeit Arbeitszeit ist. 

Möglich ist eine Kostenübernahme von Weiterbildungsmaßnahmen auch für eine Weiterbildung innerhalb der Elternzeit. Es ist wichtig, hier auf die zeitliche Obergrenze von 32 Stunden pro Woche zu achten, sofern Lohn und Gehalt fließen.

  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein

Welche Rechtsformen gibt es für Unternehmen?

Unter der Rechtsform ist die rechtliche Organisationsform von Unternehmen zu verstehen. Dabei bestimmen Gesetze den jeweiligen rechtlichen Rahmen. Außerdem kennzeichnen bestimmte strukturelle Merkmale die einzelnen Rechtsformen. Dies betrifft zum Beispiel die Modalitäten zu deren Gründung oder die Haftung.

Die Entscheidung über die Rechtsform hat für Unternehmerinnen und Unternehmer finanzielle, steuerliche und rechtliche Folgen. Deshalb sollte sie bei der Gründung gut überlegt und mit der Steuer- sowie Anwaltskanzlei abgestimmt werden. Auch später kann ein Rechtsformwechsel sinnvoll sein, wenn sich die Umstände ändern. Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass jede Rechtsform Vor- und Nachteile hat. Welche Unternehmensform die beste Wahl ist, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab.  

Unternehmensformen: Rechtsformen in der Übersicht 

In Deutschland unterteilen sich die Rechtsformen für Unternehmen in die Kategorien Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Dabei stehen nicht alle Unternehmensformen jedem Selbstständigen offen oder erweisen sich als sinnvoll. Das gilt vor allem dann, wenn sie auf Privilegien verzichten würden, wie sie zum Beispiel Freiberuflerinnen oder Freiberufler genießen. Das Einzelunternehmen bildet mit mehr als zwei Millionen Selbstständigen in dieser Kategorie die meistgewählte Rechtsform in Deutschland. Mit weitem Abstand folgen die Kapitalgesellschaften vor den Personengesellschaften.  

Rechtsformen für Einzelunternehmen 

Die Rechtsform des Einzelunternehmens kommt für diejenigen infrage, die alleine unternehmerisch tätig sind. Sie können Einzelkaufleute, Freiberufler oder Kleingewerbetreibende sein. Dabei werden unter Freiberufler die sogenannten Katalogberufe zusammengefasst. Diese kommen aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Schriftstellerei, Erziehung und Unterricht. In diese Kategorie gehören Ärztinnen, Journalisten, Rechtsanwälte, Steuerberaterinnen, Architektinnen oder Übersetzer. Kleingewerbetreibende sind Unternehmerinnen und Unternehmer mit einem Umsatz bis 22.000 Euro pro Jahr. 

Vorteil der Unternehmensform eines Einzelunternehmens ist der geringe Gründungsaufwand. Einzelkaufleute melden ihr Gewerbe beim Gewerbeamt ihrer Stadt oder Gemeinde an. Falls erforderlich, holen sie zusätzlich noch notwendige Genehmigungen wie eine Maklererlaubnis ein. Freiberufler zeigen ihre Tätigkeit lediglich dem Finanzamt an. Nachteil dieser Rechtsform ist jedoch die Haftung. Denn Einzelunternehmerinnen und -unternehmer haften mit ihrem gesamten Unternehmens- und Privatvermögen. 

Die Gewinnermittlung für die persönliche Einkommensteuererklärung erfolgt bei Einzelunternehmen im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Dies gilt so lange, bis sie festgelegte Gewinn- und Umsatzgrenzen erreichen. Übersteigt der Jahresüberschuss in zwei aufeinanderfolgenden Jahren 60.000 Euro und der Gesamtumsatz 600.000 Euro, werden Einzelunternehmen bilanzierungspflichtig. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt sich der Austausch mit der Steuerkanzlei. 

Personengesellschaften im Unterschied zum Einzelunternehmen 

Im Gegensatz zum Einzelunternehmen werden bei der Personengesellschaft zwei oder mehrere Personen zusammen unternehmerisch tätig. Diese Unternehmensform umfasst die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Partnergesellschaft (PartG) und die Offene Handelsgesellschaft (OHG). Genau wie bei der Einzelunternehmung übernehmen die Gesellschafterinnen und Gesellschafter selbst die Geschäftsführung. Auch sie haften mit dem Unternehmens- und Privatvermögen. Eine weitere Personengesellschaft ist die Kommanditgesellschaft (KG). Hier lassen sich Haftung und Vertretung individuell festlegen. 

Was ist eine GbR? 

Eine GbR – auch BGB-Gesellschaft genannt – entsteht bereits bei der gemeinsamen Arbeit von mindestens zwei Personen an einem Projekt. Sie basiert auf einem schriftlichen oder mündlichen Gesellschaftervertrag. Jeder Gesellschafter muss sich beim Gewerbeamt anmelden. Ein solcher Zusammenschluss unter Freiberuflern ist die Partnergesellschaft. Bei beiden Unternehmensformen besteht keine Pflicht zum Eintrag ins Handelsregister. Unterhalb der gesetzlichen Gewinn- und Umsatzgrenzen erfolgt die Gewinnermittlung im Rahmen einer EÜR. 

OHG und KG kurz erklärt 

Bei der Offenen Handelsgesellschaft (OHG) besteht dagegen die Pflicht zum Eintrag ins Handelsregister und zur Bilanzierung. Aufgaben der Geschäftsführung können hier an Prokuristinnen und Prokuristen übertragen werden. Bei der Kommanditgesellschaft (KG) ist der Registereintrag ebenso verpflichtend. Hier liegt das Vertretungs- und Entscheidungsrecht alleine bei den Komplementären. Kommanditisten können allerdings ihr Kontrollrecht ausüben. Seit Januar 2024 erlaubt das Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) auch Freiberuflern, einer OHG oder KG beizutreten. 

Kapitalgesellschaften im Überblick 

Die Kapitalgesellschaft ist eine sogenannte juristische Person. Damit kann sie selbst Verträge schließen und Steuern abführen. Der Fokus liegt hier nicht auf der Persönlichkeit der Gesellschafter, sondern auf deren Kapitalbeteiligung. Ihre Mitarbeit im Unternehmen ist dagegen nicht erforderlich. Zu den Kapitalgesellschaften zählen die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) (UG) und die Aktiengesellschaft (AG). 

Was ist eine GmbH? 

Unter den Kapitalgesellschaften ist die GmbH besonders stark verbreitet. Sie erfordert mindestens eine Gesellschafterin oder einen Gesellschafter. Pflicht ist außerdem ein notariell beurkundeter Gesellschaftsvertrag. Die Geschäftsführung in der GmbH übernehmen ein oder mehrere angestellte Geschäftsführerinnen. Dabei kann es sich um die Unternehmensgründer oder auch um externe Personen handeln. Wichtige Entscheidungen für das Unternehmen werden in der Gesellschafterversammlung diskutiert und beschlossen. In diesem Gremium kommen alle Anteilseigner zusammen. Bei mehr als 500 Mitarbeitenden ist außerdem ein Aufsichtsrat nötig. 

Wer eine GmbH gründet, muss ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro einbringen. Die Hälfte davon ist bei Eintragung ins Handelsregister einzuzahlen. Vorteil der GmbH ist die Begrenzung der Haftung. Das heißt, dass die Gesellschafter im Fall einer Insolvenz nur in Höhe ihrer Einlagen haften. Zu beachten ist allerdings, dass die Privathaftung erst mit dem erfolgten Registereintrag endet. Pflicht ist bei der GmbH die Bilanzierung. Als Steuern fallen Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer an. 

Was ist eine UG? 

Seit 2008 gibt es in Deutschland die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Sie stellt keine eigenständige Rechtsform, sondern eine Sonderform der GmbH dar. Für ihre Gründung reicht eine Einlage von mindestens einem Euro aus. Allerdings ist die UG dazu verpflichtet, Rücklagen zu bilden, bis ein Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Dazu sind regelmäßig 25 Prozent des Gewinns einzubehalten. Zurzeit besteht jedoch keine Pflicht, die UG sofort nach Erreichen des Stammkapitals in eine GmbH umzuwandeln.

Anders als bei der Gründung einer GmbH können Gesellschafterinnen und Gesellschafter bei der UG (haftungsbeschränkt) keine Sacheinlagen einbringen. Dies ist erst möglich, wenn durch deren Wert die Höhe an Stammkapital für die Umwandlung in eine GmbH erreicht wird. Die Regelungen zur Haftung entsprechen jedoch denen der GmbH. Das heißt, Gläubigern steht nur die Haftungsmasse aus dem Gesellschaftsvermögen zur Verfügung. 

Rechtsformen für Kleingewerbe 

Bei einem Kleingewerbe handelt es sich um ein Unternehmen von geringem wirtschaftlichem Umfang. Als Schwellenwerte gelten 80.000 Euro Gewinn pro Jahr sowie ein Jahresumsatz von 800.000 Euro. Ein Kleingewerbe ist nicht bilanzierungspflichtig und muss nicht im Handelsregister eingetragen werden. Als Rechtsform kommen das Einzelunternehmen oder die GbR infrage. Für die Gründung reicht die Anmeldung beim Gewerbeamt aus. Auch eine Gründung als Nebengewerbe ist möglich.

Nicht zu verwechseln ist das Kleingewerbe mit dem Kleinunternehmer. Bei dem Kleinunternehmer handelt es sich um eine steuerliche Regelung. Diese können Kleingewerbetreibende und Freiberufler in Anspruch nehmen, wenn sie im Vorjahr einen Umsatz von weniger als 22.000 Euro erzielten. Gleichzeitig darf der Umsatz im laufenden Jahr nicht mehr als 50.000 Euro betragen. Ist das der Fall, muss das Unternehmen keine Umsatzsteuer abführen. Allerdings kann es auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen.   

Fazit zur Wahl der Rechtsform für Unternehmen 

Unternehmerinnen und Unternehmer sollten die Wahl der Unternehmensform gut durchdenken und sich von der Steuer- sowie der Anwaltskanzlei beraten lassen. Welche Rechtsform die richtige ist, hängt von der Anzahl der Gründenden und dem vorhandenen Startkapital ab. Auch Fragen zur Haftung und der Aufwand der Unternehmensführung spielen eine wichtige Rolle. Dabei sollten sie sich vor Augen halten, dass die Entscheidung über die Rechtsform in der Regel eine längerfristige ist. Denn ein Wechsel ist immer mit erneutem Aufwand und meist auch zusätzlichen Kosten verbunden. 

  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein

Bei Führerscheinumtausch auf die Führerscheinklassen achten

Auf einen Blick

– Bis zum 19. Januar 2033 sind alle Pkw- und Motorradführerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, in den neuen EU-Führerschein umzutauschen.

– Auf diesem Weg sollen alle Führerscheine, die in der EU im Umlauf sind, ein einheitliches und fälschungssicheres Muster erhalten.

– Am 19. Januar 2025 läuft die nächste Frist für den Führerscheinumtausch ab.

– Bis dahin müssen alle 1971 bis 1998 Geborenen ihren alten Führerschein umtauschen.

Bis 2033 ist jede Fahrerlaubnis, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, gegen einen neuen EU-Führerschein einzutauschen. Dabei werden die Führerscheinklassen gewahrt. Betroffene sollten die Datenübernahme sicherheitshalber kontrollieren – sonst kann es sein, dass sie plötzlich weniger Fahrzeuge steuern dürfen.

Alle alten Führerscheine auf Papier müssen also nun bis 2033 gegen den EU-Führerschein im Scheckkartenformat ausgetauscht sein. Unternehmerinnen und Unternehmer sind mit Blick auf den Führerscheinumtausch in der Pflicht: Sie sollten selbst prüfen oder durch Vorgesetzte kontrollieren lassen, ob die Beschäftigten noch einen Führerschein mit den richtigen Führerscheinklassen zum Bewegen der Firmenfahrzeuge haben. Denn am 19. Januar 2025 läuft die nächste Frist für den Führerscheinumtausch ab.   

Der stufenweise Umtausch erfolgt nach Geburtsjahrgängen oder nach Ausgabedatum – bis zum 19. Januar 2025 müssen alle 1971 oder später Geborenen ihren alten Führerschein umtauschen, wenn dieser bis 1998 ausgestellt wurde. Bis zum 19. Januar 2026 sind dann diejenigen an der Reihe, deren Führerschein zwischen 1999 und 2001 ausgestellt wurde. Auch wenn Arbeiten im Homeoffice mittlerweile verbreiteter ist als noch vor ein paar Jahren – potenziell betrifft das Thema so ziemlich alle Beschäftigten und Betriebe. 

Die gute Nachricht: Grundsätzlich bleiben die mit dem alten deutschen Führerschein erworbenen Besitzstände trotz einiger Unterschiede zum 1999 eingeführten EU-Führerschein gewahrt. Aber: Mit der Übertragung der Führerscheinklassen kann beim Umtausch auch mal etwas schief gehen. Darauf sollten vor allem Fahrer und Fahrerinnen achten, die ihre bis 7,5 Tonnen geltende Fahrerlaubnis des alten Klasse-3-Führerscheins tatsächlich brauchen. Einige können sich bestimmt noch daran erinnern, wie sie beim Wehrdienst auf Kosten der Bundeswehr den „3er“ gemacht haben, um kleine und mittlere Militär-Lkw lenken zu können. Und damit seither jederzeit ans Steuer von 7,5-Tonnern durften, sei es beruflich oder privat. Fällt diese Fahrerlaubnis nach dem Führerscheinumtausch durch Übertragungsfehler weg, haben Beschäftigte und Betriebe eventuell ein Problem. Unternehmerinnen und Unternehmer sollten daher mit ihrem Personal sowie mit der Anwaltskanzlei über die Facetten des Themas und möglichen Handlungsbedarf sprechen – etwa die Kontrolle der umgeschriebenen Führerscheine. 

Der Führerscheinumtausch läuft in mehreren Etappen 

Jede in Deutschland erteilte Fahrerlaubnis soll bis 19. Januar 2033 auf den neuen EU-Führerschein und damit die neuen Führerscheinklassen umgestellt sein. Um Wartezeiten und eine Behördenüberlastung beim Führerscheinumtausch zu vermeiden, gelten verschiedene Fristen. Diese sind unterschiedlich gestaffelt für alte Führerscheine nach deutschen Vorgaben – bis Ende 1998 – sowie seit 1999 ausgegebene EU-Führerscheine. Wer den Umtausch zu lange hinauszögert, dem drohen Bußgelder. Wer vor 1953 geboren wurde, darf unabhängig vom Ausstellungsdatum der Fahrerlaubnis bis längstens 2033 mit dem Umtausch warten. Das könnte in Betrieben beschäftigte Seniorinnen und Senioren betreffen sowie ältere Firmenchefs oder -chefinnen. 

Die ersten Umtauschfristen, die sich an Geburtsjahrgängen orientierten, sind bereits verstrichen. Bis 19. Januar 2025 hat noch Zeit, wer ab 1971 geboren ist und keinen EU-Führerschein besitzt.  

Für Inhaberinnen und Inhaber eines EU-Führerscheins gelten Umtauschfristen, die sich am Ausstellungsjahr der Fahrerlaubnis orientieren: 

  • 1999 bis 2001: Umtausch bis 19. Januar 2026 
  • 2002 bis 2004: Umtausch bis 19. Januar 2027 
  • 2005 bis 2007: Umtausch bis 19. Januar 2028 
  • 2008: Umtausch bis 19. Januar 2029 
  • 2009: Umtausch bis 19. Januar 2030 
  • 2010: Umtausch bis 19. Januar 2031 
  • 2011: Umtausch bis 19. Januar 2032 
  • 2012 bis 18. Januar 2013: Umtausch bis 19. Januar 2033 

Ein Umtausch in den Führerschein im Scheckkartenformat kann sich auch vor Ablauf der jeweiligen Frist lohnen, wenn jemand viel im Ausland unterwegs ist. Wichtig: Früher erworbene Besitzstände bleiben beim Umtausch gewahrt. Die Führerscheinklassen werden also so ins neue System übertragen, dass man weiterhin alle Fahrzeuge führen kann, bei denen man bislang ans Steuer durfte. 

Diese Führerscheinklassen sind künftig zu beachten 

Früher erworbene Besitzstände bleiben beim Führerscheinumtausch gewahrt. Allerdings war beim alten deutschen Führerschein vieles einfacher und mit Blick auf Führerscheinklassen auch großzügiger geregelt. Das birgt manche Falle und ist daher wissenswert: Wer vor dem 1. Januar 1999 seine Fahrerlaubnis der Klasse 3 erworben hat, darf unbegrenzt bei Kraftfahrzeugen bis maximal 7,5 Tonnen ans Steuer. Auch das Fahren eines Einachs- oder Tandem-Achsanhängers bis 12 Tonnen ist mit Führerscheinklasse 3 erlaubt. Für darüberhinausgehende Fahrzeuge und Kombinationen brauchte es hingegen immer schon die Führerscheinklasse 2. Seit dem 1. Januar 1999 galt dann das europäische Fahrerlaubnisrecht in Deutschland. Aus den beiden Führerscheinklassen 2 und 3 wurden die europäischen Klassen B, BE, C1, C1E, C und CE. Seither gilt: 

  • Der Pkw-Führerschein der Klasse B erlaubt nur das Führen von Kraftwagen (außer Omnibusse) mit einer zugelassenen Gesamtmasse (zGM) von maximal 3,5 Tonnen. 
  • Zudem darf mit den Klassen B und C1– von einer Ausnahme bei der Klasse B abgesehen – grundsätzlich nur noch ein Anhänger mit einer zGM von maximal 750 Kilogramm mitgeführt werden. 
  • Für schwerere Anhänger ist seit 1999 zusätzlich immer die jeweils zugehörige Anhängerklasse BE, C1E, CE erforderlich. 

Die Gesamtmasse entscheidet über die Führerscheinklassen 

Welche Führerscheinklasse also für ein Fahrzeug oder eine Kombination erforderlich ist, das ergibt sich aus den Feldern F.1/F.2 der Zulassungsbescheinigung. Die dort stehenden Angaben sind entscheidend. Dagegen ist die im früheren Recht erforderliche Einbeziehung von Stütz- oder Aufliegelasten für die Frage nach Führerscheinklassen nicht mehr von Belang. Es geht um die zulässige Gesamtmasse (zGM). Diese Führerscheinklassen werden für Solo-Lkw benötigt: 

  • bis 3.500 Kilogramm: Führerscheinklasse 3 oder B 
  • bis 7.500 Kilogramm: Führerscheinklasse 3 oder C1 
  • über 7500 Kilogramm: Führerscheinklasse 2 oder C 

Unternehmer und Unternehmerinnen, die aus steuerlichen Gründen bei Lkw eine „Ablastung“ vorgenommen haben, müssen aufpassen. Diese sind fahrerlaubnisrechtlich für Führerscheinklassen nur relevant, wenn die „reduzierte“ zGM auch tatsächlich in Feld F.1/F.2 der Zulassungsbescheinigung eingetragen wurde. Das ist unbedingt zu prüfen. 

Darum ist das Gespräch über Führerscheinumtausch wichtig 

Bisherige Besitzstände bei den Führerscheinklassen sollen natürlich beim Führerscheinumtausch automatisch gesichert sein. Das Problem: Fehler können passieren. Wenn sie bei der Umstellung nicht auffallen, kann es bei der nächsten Verkehrskontrolle mit dem Lieferwagen oder Fahrzeug mit Anhänger unangenehm werden. Und mancher Übertrag bringt Nachteile für über 50-Jährige mit sich. Fahrer und Fahrerinnen sollten also beim Umtausch akribisch die Übertragung der Führerscheinklassen kontrollieren – und Chef oder Chefin mit ihnen vorher ausführlich darüber sprechen. Gerade Montage- und Lieferpersonal sollte wissen, worauf zu achten ist, damit von der mit dem Führerschein vor Jahren mal erworbenen Fahrerlaubnis auch wirklich alles richtig auf die neue Plastikkarte übertragen wird. Falls Spezialfälle wie die Fahrerlaubnis für Sattelzüge zu sichern sind, sollte das der Anwalt oder die Anwältin rechtlich klären – für diese greift die besitzstandswahrende Regelung beim Führerscheinumtausch nämlich nicht. 

Beim Führerscheinumtausch auf die neuen Klassen achten 

Beim Führerscheinumtausch einer alten Fahrerlaubnis auf Papier in einen Führerschein im Scheckkartenformat wird der Besitzstand aus der früheren Klasse 3 mit der Zuteilung der Fahrerlaubnis der Klasse CE – Achtung: nicht Klasse C – dokumentiert. Auf Antrag und falls Antragsteller nicht älter als 50 Jahre alt sind, wird die Fahrerlaubnis mit der Schlüsselzahl „CE 79 (C1E ≥ 12.000 kg; L<3)“ dokumentiert. Diese Schlüsselzahl bedeutet folgendes: Der Inhaber der Klasse C1E darf hinter einem Zugfahrzeug der Klasse C1 (zGM 7.500 Kilogramm) einen Einachs- oder Tandemachsanhänger mitführen. Dabei darf die zGM der Kombination (nicht des Zugfahrzeugs!) auch größer als 12.000 Kilogramm sein. Die Zahl der Achsen „L“ ist in diesem Fall auf drei begrenzt. 

Wer älter als 50 ist, muss Besonderheiten beachten bei Führerscheinklasse 2 oder C/CE 

Eine Tücke der Führerscheinklassen betrifft alle über 50 Jahren. Unbedingt sprechen sollten Chef oder Chefin mit diesen Beschäftigten, wenn diese für den Betrieb – und sei es auch nur ausnahmsweise hin und wieder – einen größeren Laster steuern können sollen. Denn eine Fahrerlaubnis für die Führerscheinklassen C und CE oder die Alt-Führerscheine der Klasse 2 übertragen zu lassen, bringt Zusatzaufwand mit sich. Der Führerschein ist bei der Übertragung der Lkw-Fahrerlaubnis ab dem 50. Geburtstag nur fünf Jahre gültig statt 15 Jahre. Vorzulegen sind der Fahrerlaubnisbehörde dafür und für jede weitere Verlängerung ein 

  • augenärztliches Zeugnis über die Sehkraft sowie 
  • Passbild, 
  • hausärztliches Zeugnis über den körperlichen Gesundheitszustand. 

Viele werden sich das vielleicht ersparen wollen. Um hier keine Überraschung zu erleben, ist daher eine kurze Nachfrage ratsam. Steht der Umtausch noch bevor, kann eine Vereinbarung für den zusätzlichen Aufwand und damit verbunden Rücksprache mit der Anwaltskanzlei sinnvoll sein. 

Vorsicht Falle: die Schlüsselzahl CE 79 

Viele Fahrer und Fahrerinnen unterliegen einem Irrglauben. Sie sind der Meinung, dass sie aufgrund der Schlüsselzahl „CE 79 (C1E ≥ 12.000 kg; L<3)“ auch das Recht erworben hätten, Solo-Lkw mit einer zGM von bis zu 12.000 Kilogramm zu führen. Aber das ist einer Warnung des baden-württembergischen Fahrlehrerverbandes zufolge „schlichtweg falsch und wäre eine Straftat (Fahren ohne Fahrerlaubnis)“. Stand vorher im alten Führerschein nicht Führerscheinklasse 2, sondern 3, müsste eigentlich auch klar sein, dass man damit bei der Übertragung nicht einfach in den Besitz der alten Klasse 2 kommt. Der Strich bei Klasse C statt einer Eintragung wäre hier zu erwarten. Nach dem Umtausch des Führerscheins dürfen Fahrer oder Fahrerinnen mit der alten Führerscheinklasse 3 also nur Solo-Lkw der Klasse C1 – bis maximal 7,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse – lenken. 

Eine Ausnahme betrifft die Landwirtschaft 

Beim Umtausch der alten Fahrerlaubnis in einen neuen Führerschein im Scheckkartenformat gehen keine Besitzstände bei Führerscheinklassen verloren. Es kommen aber auch keine neuen Berechtigungen dazu. Eine Ausnahme gilt für die land- oder forstwirtschaftliche Klasse T. Diese können Fahrer oder Fahrerinnen beim Umtausch der Klasse 3 zusätzlich beantragen. Dafür müssen sie allerdings nachweisen, dass sie in der Land- oder Forstwirtschaft beschäftigt oder unternehmerisch tätig sind. 

Unternehmen sollte Fahrerlaubnis regelmäßig kontrollieren 

Der Führerschein aller Fahrer und Fahrerinnen von Autos oder Transportern des Betriebs muss gültig sein. Das gilt aber nicht nur mit Blick auf den Führerscheinumtausch. Am besten kontrollieren Unternehmer und Unternehmerinnen unabhängig von Führerscheinklassen regelmäßig die Führerscheine der Beschäftigten, die Firmenfahrzeuge steuern dürfen. Eine jährliche Führerscheinkontrolle halten Rechtsexperten für das Mindeste. Pflicht ist nach den Sicherheitsbestimmungen der Unfallversicherungsträger auch eine jährliche Fahrerunterweisung

Was zu beachten ist, um ihrer Halterpflicht zu genügen und rechtliche Risiken zu vermeiden, sollten Unternehmerinnen und Unternehmer mit der Anwaltskanzlei besprechen – und nicht darauf vertrauen, dass sich alle Beschäftigten gesetzeskonform verhalten. Wegen der etwas strengeren Anforderungen sollten Arbeitgeber gerade bei den über 50 Jahre alten Fahrern und Fahrerinnen von Lastkraftwagen genauer hinschauen. Auch bei bekannt werdenden Alarmzeichen wie beispielsweise einer Häufung von Punkten sollten Vorgesetzte oder Firmenchefs und -chefinnen gegebenenfalls öfter kontrollieren – natürlich nur in Absprache mit dem Anwalt oder der Anwältin. Auch Erkrankungen können von Belang für die Fahrtüchtigkeit sein. 

Der Beitrag wurde am 3. Mai 2024 von DATEV aktualisiert und gekürzt. 

  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein

Durch steuerfreie Gehaltsextras die Beschäftigten motivieren

Viele Vorgesetzte belohnen und motivieren ihre Beschäftigten nicht mit einer Gehaltserhöhung, sondern mit Sachleistungen. Das hat Vorteile. Denn ein Großteil der sogenannten Sachbezüge ist steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Deshalb sollten steuerfreie Gehaltsextras bei jedem Gehaltsgespräch ein Thema sein.

Ein Sachbezug liegt bei jeder Einnahme vor, die nicht in Geld besteht. Umgekehrt gilt, dass kein Sachbezug vorliegt, wenn jemand anstelle des Sachbezugs den Anspruch hat, dass ihm der Barlohn ausgezahlt wird. Seit 2020 hat die Finanzverwaltung zudem die Grenze zwischen Sachbezug und Geldleistung schärfer gezogen. Nun gehören zu den Geldeinnahmen auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten. Die gute Nachricht ist, dass diese Regelung nicht bei Gutscheinen und Geldkarten greift, mit denen zweckgebunden Waren oder Dienstleistungen gekauft werden können.

  • Aufmerksamkeiten. Wenn Beschäftigte beispielsweise Geburtstag haben oder es einen anderen, besonderen persönlichen Anlass – etwa ein Jubiläum – gibt, darf der Chef oder die Chefin eine Aufmerksamkeit überreichen. Solche Geschenke sind bis zu einer Freigrenze von 60 Euro brutto steuerfrei.
  • Essenszuschüsse. Vor allem kleine Unternehmen können sich oft keine Kantine leisten. Dann sind steuerfreie Gehaltsextras in Form von Essenszuschüssen eine interessante Alternative – und zudem steuerlich begünstigt. Die Varianten reichen vom Restaurantscheck bis zur digitalen App. Essenszuschüsse werden außerhalb des Betriebs nicht nur in Gaststätten, der Systemgastronomie oder Steakhäusern akzeptiert. Auch in Supermärkten und anderen Lebensmittelgeschäften können die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich damit für die Mittagspause versorgen. Pro Arbeitstag ist seit 2024 ein Steuerbonus von bis zu 7,23 Euro für ein Mittagessen möglich.
  • Fitness. Auch Gesundheitsvorsorge und Suchtvorbeugung zählen zu den steuerbegünstigten Zusatzleistungen. Ob Grippeschutzimpfung, Massage oder Antistresskurs: Unternehmen können ihren Beschäftigten hier Leistungen im Wert von bis zu 600 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen.
  • Gutscheine und Tankkarten. Mit speziellen Scheckkarten können Angestellte bei verschiedenen Anbietern einkaufen – nicht nur bei Tankstellen, sondern auch in Kaufhäusern oder Internetshops. Die Freigrenze für diese steuerfreien Sachbezüge liegt seit einiger Zeit bei 50 Euro im Monat. Wird sie überschritten, muss jedoch die Gesamtsumme versteuert werden. Außerdem ist der komplette Betrag dann sozialversicherungspflichtig.
    Wichtig: Gutscheine oder Geldkarten gelten nur dann als Sachbezug, wenn sie ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen beim Arbeitgeber oder bei einem Dritten berechtigen. Dienen die Karten auch als Geldersatz oder generelles Zahlungsinstrument, sind sie eine Geldleistung – und damit steuerpflichtig. Diese Regel greift beispielsweise dann, wenn die Karten eine eigene IBAN haben oder über eine Barauszahlungsfunktion verfügen. Der Gesetzgeber hat hier die Vorgaben verschärft. Deshalb sollte mit der Steuerberatungskanzlei stets geklärt werden, ob es sich im konkreten Fall noch um steuerfreie Gehaltsextras handelt.
  • Kinderbetreuung. Bei den Ausgaben für die Kinderbetreuung kann das Unternehmen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einem Zuschuss für Kindergarten, Krippe oder Tagesmutter finanziell zur Seite stehen. Voraussetzung: Das Kind ist noch nicht schulpflichtig. Aber auch bei älteren Kindern besteht die Möglichkeit, den Eltern unter die Arme zu greifen. Wenn der Babysitter kurzfristig einspringen muss, kann sich der Arbeitgeber durch steuerfreie Gehaltsextras beteiligen. Das geht auch bei schulpflichtigen Kindern bis 14 Jahre. Bis zu 600 Euro im Jahr dürfen Unternehmen für diese kurzfristig erforderlichen Betreuungsleistungen zuschießen.

Steuerfrei bleibt auch die Vermögensbeteiligung

  • Personalrabatt. In vielen Betrieben können die Beschäftigten auch Produkte aus dem eigenen Sortiment kaufen oder Dienstleistungen erhalten, die das Unternehmen am Markt anbietet. Personalrabatte sind bis zu einem Jahresfreibetrag von 1.080 Euro steuerfrei.
  • Smartphone und Co. Handy und PC, Tablets oder Software-Zubehör darf der Arbeitgeber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steuer- und sozialversicherungsfrei überlassen. Das Gerät muss aber Eigentum des Unternehmens bleiben. Steuerpflichtig wird die Elektronik erst dann, wenn die Geräte den Begünstigten überlassen werden. Dann können Arbeitgeber den geldwerten Vorteil pauschal abgelten.
  • Vermögensbeteiligung. Für Anteile am eigenen Unternehmen darf der Arbeitgeber einen Vorzugspreis gewähren. Der geldwerte Vorteil – also der Unterschied zum tatsächlichen Wert der Aktie – ist in diesem Fall steuer- und sozialabgabenfrei. Der steuerfreie Höchstbetrag ist zum 1. Januar 2024 im Zuge des Zukunftsfinanzierungsgesetzes angehoben worden – von 1.440 Euro jährlich auf 2.000 Euro.
  • Beihilfen. Unternehmen dürfen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern finanziell unter die Arme greifen – etwa, wenn ein belastendes Ereignis eingetreten ist. Dann kann der Chef oder die Chefin eine steuer- und sozialversicherungsfreie Beihilfe von bis zu 600 Euro pro Jahr auszahlen. Beispielsweise, wenn Familienangehörige zu pflegen sind oder jemand durch Hochwasser oder Feuer einen Vermögensverlust erlitten hat.
  • Dienstfahrrad. Beschäftigte können ein Fahrrad oder E-Bike vom Betrieb erhalten, ohne den geldwerten Vorteil versteuern zu müssen. Voraussetzung: Das Unternehmen stellt das Rad zusätzlich zum normalen Lohn zur Verfügung. Erfolgt die Überlassung eines Firmenfahrrads, das als Fahrrad einzuordnen ist, hingegen im Rahmen einer Gehaltsumwandlung, ergibt sich für den Arbeitnehmer ein steuer- und sozialversicherungspflichtiger geldwerter Vorteil in Höhe von 1 % der auf volle 100 Euro abgerundeten geviertelten unverbindlichen Preisempfehlung (Brutto-UVP) des überlassenen Firmenrads.

Welche steuerfreien Gehaltsextras sich für Unternehmen eignen und wie diese steuerlich zu behandeln sind, besprechen Firmenchefs und Firmenchefinnen am besten mit dem Steuerberater oder der Steuerberaterin.

mehr dazu

Fachbuch Ratgeber Gehaltsextras, 10. Auflage

Lesen Sie in diesem Ratgeber, welche Möglichkeiten es für die Entgeltoptimierung unter steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Gesichtspunkten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gibt und wie Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas Gutes tun können.

Das Buch ist erhältlich im DATEV-Shop für DATEV-Mitglieder oder auch im Buchhandel bei SackSchweitzer online, Amazon oder Genialokal.

  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein

Einsatz von Zusatzsoftware in DATEV-SmartIT

IT outsourcen mit DATEV-SmartIT

Mit DATEV-SmartIT steht Ihnen Ihr digitaler DATEV Arbeitsplatz online zur Verfügung – mit allen Anwendungen und Daten über das sichere DATEV-Rechenzentrum, dem physischen Ort der DATEV-Cloud. Das bedeutet: Ihre Server stehen nicht mehr lokal bei Ihnen vor Ort, sondern im DATEV-Rechenzentrum, wo sie regelmäßig gewartet und aktualisiert werden. Die Betreuung Ihrer Systeme, beispielsweise die Aktualisierung Ihrer Software, übernimmt DATEV.  Sie können beispielsweise über DATEV-SmartIT auf einer gemeinsamen Datenbasis mit Ihrer Steuerkanzlei zusammenarbeiten. Und das mobil von überall, zum Beispiel aus dem Homeoffice oder dem Zug. Bei Engpässen kann die Steuerkanzlei flexibel auf dem aktuellen Datenbestand weiterarbeiten und Ihnen unter die Arme greifen.

DATEV-SmartIT ist als standardisierte IT-Outsourcing Lösung vor allem bei Unternehmen immer mehr gefragt. Über die Hälfte aller DATEV-SmartIT-Kunden sind Unternehmen.

Netzwerk für Zusatzsoftware in Ihrer DATEV-SmartIT

Um unseren DATEV-SmartIT-Kunden eine optimale Arbeitsweise zu ermöglichen, setzen wir neben den DATEV-Programmen auch auf ein großes Netzwerk aus starken Partnern. Über die Zusatzsoftware unserer Partner (sogenannte Drittanbieterlösungen) können die Abläufe in Ihrem Unternehmen noch besser unterstützt werden. Für DATEV-SmartIT-Kunden gibt es seit August 2023 zusätzlich die Installationsoption für ausgewählte, technisch geprüfte, lokale Zusatzsoftware über das DATEV-SmartIT Zusatzmodul „Anbindung Drittanbieter“.

Für eine leichtere Auswahl aus dem Angebot einsatzfähiger und technisch geprüfter Lösungen in DATEV-SmartIT können Sie sich auf der zentralen Informationsseite einen Überblick verschaffen.

Beispiel Belegtransfer: von manuell zu digital

Von unseren Mitgliedern sowie Kundinnen und Kunden erfahren wir, dass Belege häufig noch in Papierform zu den buchenden Steuerkanzleien gebracht werden. Ein über Jahrzehnte etablierter Prozess, der sich jetzt einfach digitalisieren lässt.

Zusatzsoftware zum Digitalisieren von Belegen wie Scandinavier bieten die Möglichkeit, Belege digital direkt bei der Steuerkanzlei einzureichen und in DATEV einzuspielen, ohne diese zum Beispiel per Kurier zu liefern. Das spart Zeit und Geld auf beiden Seiten.

Beispiel Zahlungsdatenservices: automatische Datenübertragung zu DATEV

Unternehmen, die ihre Finanzbuchführung selbst erstellen, können Ergänzungen der Zahlungsdatenservices für Amazon, Paypal, etc. nutzen, um die Zahlungsdaten direkt in die DATEV-Welt zu überführen. Welchen Mehrwert die hier genannte und weitere Zusatzsoftware in Ihrem Arbeitsalltag bringt, lesen Sie auf der zentralen Informationsseite.   

Hinweis: Um die Arbeitsumgebung der SmartIT-Kundinnen und -Kunden weiter zu verbessern, wird DATEV das Portfolio in SmartIT auch künftig mit weiterer Zusatzsoftware ergänzen. Die zentrale Informationsseite wird diese neu hinzukommenden Lösungen nach Prozessen sortiert aufgreifen.

  • Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
  • JaNein