Chefs sollten ihre Mitarbeiterführung verbessern

Eine werteorientierte Mitarbeiterführung ist gerade in Krisenzeiten wichtig. Wer offen kommuniziert, kann die Belegschaft einbeziehen und motivieren, aktive Mitstreiter gewinnen und Herausforderungen im Team bewältigen. So steigt die emotionale Bindung ans Unternehmen. Ein Drittel der Beschäftigten gibt den Chefs in punkto Mitarbeiterführung allerdings schlechte Noten. Diese interessierten sich kaum oder gar nicht für das Wohlergehen der Belegschaft, so ihr vernichtendes Urteil. Vier von zehn Beschäftigten schauen sich deshalb nach einem neuen Job um, ergab eine Studie des Beratungsunternehmens Gallup. Hauptgrund für innere Kündigungen: schlechte Mitarbeiterführung. Für kleine Betriebe, die dringend Fachkräfte benötigen, könnte das schlimme Folgen haben. Ist der Inhaber direkter Vorgesetzter oder bestimmen einige wenige Führungskräfte den Ton, kommt es gerade auf ihre Führungsqualitäten an. Daher wäre es gut, sich als Firmenchef über Tipps und Instrumente für eine bessere Mitarbeiterführung zu informieren sowie allen Führungskräften einen Leitfaden an die Hand zu geben, mit dem sich die Mitarbeiterführung verbessern lässt.

Gute Mitarbeiterführung be­ginnt beim Fir­men­chef

Die meisten Vorgesetzten haben sicher hohe fachliche Kompetenz. Doch vielen fehlt beim Thema Mitarbeiterführung ein glückliches Händchen oder das nötige Fingerspitzengefühl. Manche merken nicht, dass die Stimmung sinkt oder Beschäftigte sich wenig wertgeschätzt fühlen. Andere wollen zumindest nicht aktiv daran arbeiten, ihre Mitarbeiterführung zu verbessern. Im Buchhandel findet sich mancher Ratgeber oder Leitfaden zum Thema. Doch Instrumente oder Tipps zur Mitarbeiterführung bringen nur den gewünschten Erfolg, wenn Führungskräfte authentisch sind und sich kritisch selbst hinterfragen. Wenn es im Team nicht rund läuft und das Betriebsklima sich verschlechtert, ist deshalb oft ehrliches Feedback als sanfter Anstoß wichtig – auch von außen. Insbesondere Businesscoachs helfen, Probleme zu erkennen und eine werteorientierte Mitarbeiterführung im Betrieb zu etablieren. Denn gute Mitarbeiterführung beginnt ganz oben. Nur wenn Unternehmerinnen und Unternehmer sowie ihre Führungskräfte erkennen, wie sie auf die Belegschaft wirken, können sie Verhaltensweisen ändern und Vertrauen gewinnen. Mitarbeiterführung in Krisenzeiten gelingt, wenn alle Beschäftigten mitziehen.

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Werteorientierte Mitarbeiterführung kann Iden­ti­tät stif­ten

Stimmung und Arbeitsmoral der Belegschaft hängen entscheidend von der Mitarbeiterführung der Vorgesetzten ab. Beschäftigte registrieren genau, wie mit ihnen umgegangen wird, ob der Ton freundlich und zugewandt oder gereizt ist. Nur wer sein Personal gut behandelt und wertschätzt, kann auf Dauer unternehmerisch erfolgreich sein. Werteorientierte Mitarbeiterführung rückt den Mensch und seine Persönlichkeit in den Mittelpunkt. Gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung sind der Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg. Gute Führungskräfte richten ihr Handeln an Werten und klaren Prinzipien aus, die Orientierung bieten und Sinn stiften. Ihre Mitarbeiterführung folgt dem Leitfaden: Empathie, Offenheit und Transparenz über die gesteckten Ziele. Durch werteorientierte Mitarbeiterführung schaffen Unternehmerinnen und Unternehmer ein vertrauensvolles Umfeld, in dem sich die Beschäftigten optimal entfalten und gute Leistungen bringen können. Wer mit gutem Beispiel vorangeht, klare Ansagen macht und Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend einsetzt, steigert deren Motivation und Zufriedenheit. Um ihre werteorientierte Mitarbeiterführung zu verbessern, helfen Firmenchefs folgende Tipps und Instrumente:

  • Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und delegieren Sie Aufgaben, die zu viel Zeit fressen.
  • Verfolgen Sie Ziele, die mit den persönlichen Werten übereinstimmen.
  • Vereinbaren Sie Ziele gemeinsam mit den Mitarbeitern und nehmen Sie ihre Anregungen auf. Das stärkt Motivation und Eigenverantwortung.
  • Führen Sie als Vorbild, indem Sie Worten auch Taten folgen lassen und authentisch sind. Nur so gewinnen Sie Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Belegschaft.
  • Bringen Sie ihrem Team erkennbare Wertschätzung entgegen und führen regelmäßig Mitarbeitergespräche. Nur wenn Sie die Stärken der Mitarbeiter kennen, können Sie diese gezielt fordern und fördern.
  • Sorgen Sie für ein offenes, vertrauensvolles Betriebsklima, damit sich Beschäftigte wohlfühlen und gute Arbeitsergebnisse erzielen.
  • Geben Sie regelmäßig Feedback und fordern es auch für sich ein. Dazu bieten sich die jährlichen Gespräche zur Mitarbeiterbeurteilung an. Zeigen Sie Leistungsträgern individuelle Entwicklungsperspektiven auf, das bindet sie stärker ans Unternehmen.

Mitarbeiterführung verbessern: In­stru­men­te und Tipps

Eine werteorientierte Mitarbeiterführung wirkt sich positiv auf die Belegschaft, den Betrieb sowie seine Kunden aus. Wertschätzung fördert das Miteinander und stärkt den Teamgeist. Gelingt es Unternehmerinnen und Unternehmern, die Mitarbeiterführung nachhaltig zu verbessern, profitieren alle Seiten. Vorgesetzte, die offen und ehrlich kommunizieren, gewinnen das Vertrauen ihrer Mannschaft. Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt und akzeptiert fühlen, trauen sich mehr zu und übernehmen Verantwortung. Sie können mit ihren Aufgaben wachsen – wenn der Betrieb dafür optimale Rahmenbedingungen schafft. Auch dem firmeninternen Nachwuchs gelingt es so besser, sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren. Eine positive, werteorientierte Mitarbeiterführung sollte deshalb ein fester Bestandteil jeder Personalstrategie sein – nicht nur in Krisenzeiten. Sind die Mitarbeiter zufrieden, sinken Fluktuation und Krankmeldungen. Passt der zwischenmenschliche Umgang, lassen sich offene Stellen zudem schneller besetzen. Wer die Mitarbeiterführung verbessern möchte, sollte dafür einige Tipps beherzigen. Das zugrundeliegende PERMA-Modell des US-Psychologen Martin Seligman definiert fünf Faktoren für mehr Zufriedenheit im Job:

  • P – Positive Emotions: Mit einer positiven Grundhaltung gelingt vieles. Dabei ist es wichtig, sich auf Dinge zu konzentrieren, die man selbst beeinflussen kann.
  • E – Engagement: Wer von einer Aufgabe gefesselt ist, vergisst die Zeit. Die Dinge laufen quasi von selbst. Beschäftigte ihre Stärken erproben zu lassen, ohne sie zu überfordern, zeichnet gute Mitarbeiterführung aus.
  • R – Relationships: Positive Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten sind entscheidend, dass Mitarbeiter sich am Arbeitsplatz wohl fühlen und gute Leistungen erbringen können.
  • M – Meaning: Beschäftigte, die einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, sind engagiert und motiviert.
  • A – Achievement: Gute Chefs vereinbaren mit ihrem Team realistische Ziele, die sich auch erreichen lassen. Erfolge stärken das Selbstvertrauen der Mitarbeiter und lassen sie an ihren Aufgaben wachsen.

Leitfaden: So ge­lingt die Mitarbeiterführung im Team

Nicht jeder Unternehmer oder jede Unternehmerin hat gute Mitarbeiterführung mit der Muttermilch eingesogen. Firmenchefs sind oft ausgewiesene Fachleute auf ihrem Gebiet. Doch wie sie die Mitarbeiterführung verbessern können, um ihr Team zu motivieren und zusammenzuschweißen, wissen die wenigsten. Aber diese Fähigkeit lässt sich lernen. Und das ist dringend geboren, denn die werteorientierte Mitarbeiterführung zahlt sich in Krisenzeiten aus, da sie zum Mitziehen motiviert. Nachweislich erzielt eine Mitarbeiterführung, die sich auf Instrumente wie wertschätzenden Umgang, Offenheit und Kommunikation stützt, die besten Ergebnisse. Deshalb sollten Führungskräfte zunächst versuchen zu begreifen, dass ihr Verhalten den Beschäftigten gegenüber der Schlüssel zum Erfolg ist. Und dann über Faktoren nachdenken, die zu diesem Verhalten gehören. Denn Vorgesetzte beeinflussen Rahmenbedingungen wie EntlohnungGehaltsextras, Arbeitsplatzgestaltung oder berufliche Perspektiven. Stimmen die, steigen Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft im Team. Damit die Kommunikation mit den Beschäftigten klappt, gehören zum Leitfaden für gute und kooperative Mitarbeiterführung auch diese Tipps und Instrumente:

  • Erwartungen an Beschäftigte klar formulieren
  • Realistische Ziele mit Mitarbeitern vereinbaren
  • Sich selbst vorbildhaft verhalten
  • Offen, der Situation angepasst kommunizieren
  • Nur konstruktiv Kritik üben
  • Ehrlich Feedback geben und dabei auf den Ton achten
  • Leistungen loben und anerkennen
  • Aufgaben im Team klar verteilen
  • Leistungsbeurteilungen transparent machen
  • Auf einen wertschätzenden Umgang im Team achten
  • Durch Argumente überzeugen
  • Mitarbeiter in Entscheidungen einbeziehen
  • Sich selbst reflektieren und kritisch hinterfragen

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Mitarbeiterführung in Krisenzeiten muss Ver­trau­en schaf­fen

 Wer schon länger eine werteorientierte Mitarbeiterführung praktiziert und sie kontinuierlich verbessern kann, sieht bereits positive Ergebnisse. Denn gute Mitarbeiterführung bewährt sich in Krisenzeiten. Angesichts sinkender Umsätze sind viele Betriebe gezwungen, auf die Kostenbremse zu treten. Unsicherheit macht sich in der Belegschaft breit. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig und offen zu kommunizieren, damit Gerüchte gar nicht erst aufkommen. Wer den Leitfaden für gute Mitarbeiterführung beherzigt, informiert seine Mannschaft über die wirtschaftliche Lage und beschreibt Wege aus der Krise. Unternehmerinnen und Unternehmer müssen der Belegschaft gerade in schwierigen Zeiten ausreichend Orientierung und Halt bieten. Am besten gelingt dies per Mitarbeiterführung, die auf bewährte Instrumente setzt: Transparenz, Konsequenz sowie klare Ziele und konkrete Maßnahmen, wie sich das Ruder gemeinsam herumreißen lässt. Wer die Beschäftigten einbezieht und über Etappenerfolge informiert, stärkt das Wir-Gefühl und hält das Team an Bord. Mitunter kommen auch aus der Belegschaft gute Ideen, wie sich die Krise meistern lässt.

Füh­rungs­auf­ga­be: Stim­mungs­killer in die Schran­ken wei­sen

Wichtig ist allerdings auch, schnell auf Warnsignale zu reagieren. Kippt die Stimmung im Betrieb, gilt es zu handeln. Mitarbeitern, die Kollegen mit ihrem Krisengerede anstecken, sollte beispielsweise frühzeitig den Wind aus den Segeln genommen werden. Gute Firmenchefs achten darauf, dies im Vier-Augen-Gespräch und nicht vor versammelter Mannschaft zu tun. Krisengespräche gelingen nämlich nur dann, wenn Vorgesetzte eine werteorientierte Mitarbeiterführung praktizieren. Sie machen Beschäftigten freundlich aber bestimmt klar, dass das Jammern aufhören muss. Im Gegenzug bieten sie ihnen an, eigene Beiträge zur Lösung des Problems zu leisten. Funktioniert dies nicht, sollten Firmenchefs die nötigen Konsequenzen ziehen. Denn ein Team funktioniert nur, wenn alle mitziehen. Eine Herausforderung der Mitarbeiterführung in Krisenzeiten ist außerdem, dass nicht alle Beschäftigten im Betrieb sind. Wer kann, arbeitet im Home-Office. Vorgesetzte müssen trotzdem am Ball bleiben und ihre Mitarbeiterführung verbessern. Dank regelmäßiger Online-Meetings gelingt agile Führung in vielen Firmen inzwischen recht gut.

Doch Mitarbeitergespräche von Angesicht zu Angesicht bleiben wichtig. Worauf es hierbei ankommt, zeigt das folgende Video: