Betriebliches Gesundheitsmanagement braucht gute Konzepte

Heilen ist gut, Vorsorgen besser, weiß der Volksmund. Auch die Krankenkassen sowie der Gesetzgeber ermuntern jedes Unternehmen, Konzepte mit Maßnahmen für betriebliches Gesundheitsmanagement auszuarbeiten – mit guten Ideen und passenden Angeboten lässt sich viel für die Gesundheit der Beschäftigten erreichen. Das tun die Betriebe, um gesetzliche Grundlagen einzuhalten, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu ihren Aufgaben machen, aber natürlich auch aus Eigeninteresse. Gesundes Personal bedeutet weniger Ausfallzeiten und damit weniger krankheitsbedingte Zusatzausgaben. Für diesen Effekt durch betriebliches Gesundheitsmanagement sprechen viele Beispiele auch von KMU. Unterstützung, Beratung sowie Geld für betriebliches Gesundheitsmanagement gibt es bei den Krankenkassen. Auch beim Planen einer betrieblichen Wiedereingliederung nach krankheitsbedingten Auszeiten oder bei psychischen Gefährdungsbeurteilungen unterstützen die Krankenkassen. Unternehmen sollten diese Angebote nutzen – sie helfen Kosten zu sparen und erhöhen die Einsatzfähigkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Experten erklären, was sachgerecht, sozialrechtlich nötig oder steuerlich sinnvoll ist. Den Weg zum Leitfaden für ein betriebliches Gesundheitsmanagement zeigt diese Checkliste.

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Ein Kon­zept ge­gen Krankheit

Was tun gegen krankheitsbedingte Ausfälle von Beschäftigten? Betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen gilt als wirksames Konzept, denn Ausfallzeiten kosten viel Geld. 2019 waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland durchschnittlich 18,4 Tage krankgeschrieben. Das geht aus der Auswertung der neuesten Daten des Dachverbands der Betriebskrankenkassen hervor. Und während Betriebe derzeit pro Jahr mehr als 50 Milliarden Euro für Lohnfortzahlung ausgeben, war diese Summe vor gut 15 Jahren knapp halb so hoch. Natürlich gibt es heute mehr Beschäftigte und höhere Gehälter. Wesentlich für den Anstieg ist jedoch auch der seit einigen Jahren massiv steigende Krankenstand. Dagegen lässt sich mit Ideen und Maßnahmen für gutes betriebliches Gesundheitsmanagement etwas tun. Konzernen ist es durch ausgefeilte Konzepte für betriebliches Gesundheitsmanagement gelungen, Fehlzeiten zu reduzieren und gesetzliche Grundlagen einzuhalten, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu ihren Aufgaben machen. Auf betriebliches Gesundheitsmanagement sollten aber auch KMU setzen, weil dort die Zahl der Fehltage laut BKK-Gesundheitsreport relativ hoch liegt.

Betriebliches Gesundheitsmanagement im Un­ter­neh­men rechnet sich

Die gute Nachricht: Prävention wirkt, das gilt als wissenschaftlich erwiesen. Durch sinnvolle Konzepte für betriebliches Gesundheitsmanagement in Unternehmen lassen sich die Fehlzeiten der Mitarbeiter erheblich verkürzen – mit den richtigen Ideen und Maßnahmen auch in KMU. Studien unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf: In Betrieben mit bis zu neun Beschäftigten geht die Hälfte der Fehltage auf Langzeiterkrankungen zurück. In größeren Betrieben ist dieser Anteil aufgrund durchdachter Konzepte und umfassender Angebote für Prävention und Wiedereingliederung um zehn Prozentpunkte niedriger. Größere – oder für betriebliches Gesundheitsmanagement längst sensibilisierte – Unternehmen profitieren also von ihren oft relativ umfassenden Angeboten mit unterschiedlichsten Präventionsmaßnahmen. Personalabteilungen kennen viele Beispiele dafür, dass sich selbst Ausgaben für betriebliches Gesundheitsmanagement mit üppigen Präventionsangeboten durch geringere Fehlzeiten rechnen. Die Zahlen zeigen: Der finanzielle Aufwand selbst für großzügige Gesundheitsprogramme liegt erfahrungsgemäß unter den andernfalls durch Krankheit verursachten, unvermeidlichen Kosten. Und außerdem ist ein gutes Konzept für betriebliches Gesundheitsmanagement ein wirkungsvolles Argument bei der Mitarbeitersuche und -bindung.

Präventions­ge­setz ver­spricht Geld für Gesundheitsmanagement

Eine Anlaufstelle für mögliche Konzepte für betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen sind Krankenkassen. Genauer: Die Kassen, bei denen die Mitarbeiter versichert sind – zu ihren Aufgaben gehört die Unterstützung der Betriebe. Bei den Krankenkassen steht aufgrund des Präventionsgesetzes ein prall gefüllter Geldtopf für betriebliches Gesundheitsmanagement zur Verfügung, den KMU anzapfen können, wenn gute Ideen oder Maßnahmen existieren. Das Präventionsgesetz verpflichtet die Krankenkassen seit 2016, jährlich mindestens zwei Euro je Versichertem in betriebliche Gesundheitsförderung zu investieren. Bis 2016 gab es freiwillig je nach Kasse nur 50 Cent bis einen Euro. Nur einige wenige Betriebskrankenkassen (BKK) gaben schon vorher mehr als zwei Euro je Versichertem und Jahr aus. Hier hat sich also einiges getan. Grund für die Verabschiedung des Präventionsgesetzes war vor allem die zunehmende Verbreitung sogenannter Zivilisations- und Volkskrankheiten. Sie machen rund 70 Prozent des Krankheitsgeschehens aus. Und von ihnen weiß man, dass sie sich durch Prävention gut verhindern oder mildern lassen.

Zuschuss für gu­te Konzepte für betriebliches Gesundheitsmanagement

Bevor Unternehmen sich Ideen, Konzepte oder einen Leitfaden für betriebliches Gesundheitsmanagement von einem Dienstleister erstellen lassen, sollten sie beim Betriebsarzt eine Präventionsempfehlung einholen. Die Krankenkassen müssen sie laut Präventionsgesetz berücksichtigen. Ganz wichtig: In welche Unternehmen oder Maßnahmen eine Krankenkasse das für betriebliches Gesundheitsmanagement vorgesehene Geld investiert, bleibt ihr überlassen – nur investieren muss sie es. KMU haben also gute Chancen, wenn sie für betriebliches Gesundheitsmanagement in Unternehmen auf die Kasse zugehen. Hat sie eine halbe Million Versicherte, muss sie eine Million Euro pro Jahr in betriebliche Gesundheitsförderungsmaßnahmen stecken. Bringen Unternehmen gute Ideen des Betriebsarztes ein, steigt die Wahrscheinlichkeit, den Zuschuss zu erhalten. Das ist keine schlechte Ausgangsbasis, um beispielsweise ein günstiges Angebot zur Burnout-Prävention im Betrieb zu schnüren. Eine Koordinierungsstelle erleichtert den Kontakt zu den Krankenkassen. Wichtig ist, dass die geplanten Maßnahmen für betriebliches Gesundheitsmanagement den jeweiligen Qualitätsanforderungen entsprechen, bei der Burnout-Prävention zum Beispiel dem Leitfaden Prävention im Bereich Stressmanagement.

Betriebliches Gesundheitsmanagement um­fasst vie­le Maßnahmen

Ausgangspunkt aller Konzepte für betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen ist, welchen Belastungen die Beschäftigten ausgesetzt sind und wie sie sich reduzieren lassen. Es gilt herauszufinden, was die Hauptgründe für Krankschreibungen sind und welche Maßnahmen für betriebliches Gesundheitsmanagement hier Abhilfe schaffen. Burnout-Prävention zum Beispiel hilft vermutlich so ziemlich jedem Mitarbeiter. Dabei geht es etwa um Stressabbau, Entspannungstechniken oder eine verbesserte Fähigkeit zur Einteilung von Arbeiten und Pausen. Je nachdem, wie Arbeitsplätze und Tätigkeiten aussehen, gibt es allerdings auch zahlreiche andere wichtige Handlungsfelder. So ist zu überlegen, ob beispielsweise Büromitarbeiter oder Beschäftigte in Produktion, Lager oder Außeneinsatz von Erkrankungen des Muskel-/Skelett-System bedroht sind. Während die einen erfahrungsgemäß zu viel und oft falsch sitzen, müssen die anderen schwer heben oder in ungünstiger Haltung arbeiten. Wichtig ist auch, durch Ideen für betriebliches Gesundheitsmanagement generell auf eine Verminderung von Herz-/Kreislauf-Erkrankungen hinzuarbeiten. Schon einfache Gesundheitskurse in Kooperation mit der Krankenkasse erhöhen spürbar Fitness und Widerstandsfähigkeit der Beschäftigten.

Externe Spe­zialis­ten liefern Ideen und den Leit­faden für die Um­setzung

Je nach Bereich und Branche sowie Tätigkeiten und Alter der Beschäftigten können diverse Konzepte sinnvoll sein. In Absprache mit Betriebsarzt, Krankenkassen sowie einem auf dieses Thema spezialisierten Dienstleister sollten Firmenchefs und Firmenchefinnen die zum Unternehmen passenden Angebote erarbeiten. Die Experten für betriebliches Gesundheitsmanagement kommen in den Betrieb, sehen sich die Gegebenheiten genau an und schlagen verschiedene Maßnahmen für das Unternehmen vor. Die Geschäfts- oder Abteilungsleitung sollte mit ihnen diskutieren, wie welche Maßnahmen wirken und welche Angebote oder Veränderungen Priorität haben sollten. Steht das Konzept für ein individuelles betriebliches Gesundheitsmanagement, unterstützt der Dienstleister bei der konkreten Umsetzung.

Wiedereingliederung­management ist Pflicht für die Unternehmen

Betriebe müssen langzeiterkrankten Beschäftigten Maßnahmen zur betrieblichen Eingliederung anbieten. Darum ist betriebliches Gesundheitsmanagement für Unternehmen zumindest insoweit eine Aufgabe, als dass sie gesetzliche Grundlagen einzuhalten haben, die dem Arbeits- und Gesundheitsschutz dienen. Erkrankt jemand innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen oder ist wiederholt arbeitsunfähig, muss der Arbeitgeber ihn mit Maßnahmen der Wiedereingliederung ans Arbeitsleben heranführen. Zumindest für diesen Mitarbeiter erfordert das Maßnahmen für ein gesundheitsfreundliches Arbeitsumfeld, das die jeweiligen Anforderungen erfüllt. Das können Veränderungen bei Abläufen und im Arbeitsplatzumfeld sein oder ergonomische Büromöbel nach einem Bandscheibenvorfall. Kehren Beschäftigte nach langer Erkrankung auf ihren Arbeitsplatz zurück, können sie schrittweise wieder eingegliedert werden. Einen Leitfaden und hilfreiche Beispiele auch mit Blick auf betriebliches Gesundheitsmanagement erhalten Unternehmen bei Integrationsämtern, Berufsgenossenschaften und Krankenkassen. Detailfragen aus Arbeits-, Steuer- oder auch Datenschutzrecht sind aber stets auch mit dem Anwalt oder der Steuerberaterin zu klären. Wichtig: Ohne betriebliches Wiedereingliederungsmanagement lassen sich krankheitsbedingte Kündigungen kaum durchsetzen.

Die Grafik zeigt, dass wesentliche Ursachen für psychische Belastungen am Arbeitsplatz liegen, weshalb auch dieses Thema ein Argument für betriebliches Gesundheitsmanagement ist.

Auch die psychi­sche Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung gehört zu den Aufgaben

Auch die psychische Gefährdungsbeurteilung gehört durch gesetzliche Grundlagen pflichtgemäß in Konzepte für betriebliches Gesundheitsmanagement in Unternehmen. Laut Arbeitsschutzgesetz müssen Arbeitgeber zur Gefahrenverhütung die für ihre Beschäftigten mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen beurteilen (§5 Abs. 1 und 2 ArbSchG). Psychische Belastungen zählen seit Anfang 2014 hierzu. Neben einer immer weiter zunehmenden Arbeitsverdichtung als wichtigstem Faktor zählt die Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement im Mittelstand 2019/2020“ auch schlechte Führungskulturen, private Probleme, diverse Vereinbarkeitsfragen sowie permanenten Veränderungsdruck zu einem breiten Bündel an Belastungsfaktoren. Das Ergebnisses der Beurteilung bildet für das Unternehmen die Grundlage, auf der nach den erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen gesucht werden muss und auch ein betriebliches Gesundheitsmanagement aufgesetzt werden könnte. Die Gefährdungsbeurteilung liefert nämlich viele Ideen für Konzepte und Maßnahmen für ein betriebliches Gesundheitsmanagement mit wirklich passenden Präventionsangeboten. Auch hierbei helfen Krankenkassen und spezialisierte Dienstleister.

Gerade KMU dürften trotz guter Ideen für Maßnahmen ohne solche externe Unterstützung kaum in der Lage sein, ein Konzept für betriebliches Gesundheitsmanagement zu entwickeln. In Deutschland gibt es laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) rund 90 unterschiedliche Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Deshalb ist Hilfe durch einen Dienstleister hierbei besonders sinnvoll. Der kann auch bei der Prävention sozialversicherungsrechtlicher Nachteile helfen, etwa mit Blick auf die Dokumentation von gesundheitlichen Belastungen.

Kosten für betriebliches Gesundheitsmanagement sind steu­er­be­günstigt

Vernünftige Konzepte, gute Ideen und sinnvolle Maßnahmen für betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen gibt es durchaus zu bezahlbaren Kosten. Eigene Fitnessräume, Inhouse-Entspannungsangebote oder ein angestellter Betriebsarzt oder -ärztin sind nicht zwingend nötig und dürften bei wenigen Beschäftigten eher unverhältnismäßig erscheinen. Inhaber kleiner Betriebe können ihren Beschäftigten aber durchaus steuerbegünstigt sinnvolle Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge spendieren. Zum Beispiel, indem sie einen Kurs in Rückengymnastik, ein Anti-Stress-Training, eine Ernährungsberatung oder einen Yoga-Kurs finanzieren. Dafür können Arbeitgeber seit 2020 pro Kopf und Jahr bis zu 600 Euro ansetzen. Die Ausgaben – sei es für einen Präventionskurs oder sonstige Aufwendungen – lassen sich als Personalkosten geltend machen. Außerdem kann der Betrieb natürlich die anfallende Vorsteuer ansetzen. Für ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement geht steuerlich auch für KMU unter Umständen sogar einiges mehr. Über ihre Ideen und geplanten Maßnahmen sollten Unternehmerinnen und Unternehmer deshalb unbedingt mit ihrem Steuerberater oder ihrer Steuerberaterin sprechen.

Kooperationen sen­ken die Aus­ga­ben für betriebliches Gesundheitsmanagement

Hilfreich ist für viele KMU auch, wenn sich mehrere Unternehmen einer Region für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement zusammentun. Dann können sie für ihre Belegschaften gemeinsam Konzepte für ein reichhaltiges gesundheitliches Präventionsprogramm zusammenstellen lassen. Auch für Unternehmen unterschiedlicher Branchen oder Größen können ein einheitlicher Leitfaden und gemeinsame Maßnahmen für betriebliches Gesundheitsmanagement durchaus passen. Das erleichtert die Organisation – insbesondere für Betriebe, die nah beieinander liegen. Falls es auf dem Firmengelände keinen Platz oder keine geeigneten Räume für – natürlich freiwillige – Kurse oder Beratungen in der Mittagspause oder nach Dienstschluss gibt, lassen sich auch Räume im Gemeindehaus, einer Kindertagesstätte oder dem benachbarten Sportverein anmieten. Die Zusammenarbeit mit Vereinen, Innungen, Kammern oder Landschaftsverbänden vor Ort sollte sogar grundsätzlich für ein Kooperationskonzept geprüft werden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Wer ein betriebliches Gesundheitsmanagement aufbauen will, sollte sich umhören und mit den Beschäftigten über sinnvolle Ideen sprechen.

Neben dem betrieblichen Gesundheitsmanagement ist auch die Mitarbeitermotivation ein sehr wichtiges Thema. Darüber informiert das folgende Video.